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Kirche in WDR 4 | 02.12.2017 | 08:55 Uhr

Kinoverkündigung

Detroit, USA. Der Sommer des Jahres 1967 wird in die Geschichte eingehen. Es ist ein Sommer voller Gewalt in der amerikanischen Automobilstadt. Rassenunruhen prägen das Stadtbild. 1400 Häuser brennen, hunderte Geschäfte werden geplündert, 43 Menschen sterben.

Ton: Detroit ist praktisch im Kriegszustand, und die Gewalt geht weiter. Polizei und Nationalgarde befinden sich in Bereitschaft. Ich verhänge den Ausnahmezustand.

Genau 50 Jahre später kommt die wahre Geschichte von Detroit auf die Kinoleinwand. Regisseurin Kathryn Bigelow ist verantwortlich für unbequeme Filme, die zum Nachdenken anregen, so wie „The Hurt Locker“ oder „Zero Dark Thirty“. Sie inszeniert die Geschichte eines Unglücks, das Amerika schnell wieder vergessen wollte. Denn: Amerika hat ein Rassismusproblem. Im Jahr 1967 genau so wie 2017.

Im Mittelpunkt des Films steht die Geschichte des Algiers Motels. Einer billigen Absteige, in der drei schwarze Jugendliche erschossen wurden, vermutlich von Scharfschützen der Polizei. Neun weitere wurden misshandelt.

Ton: „Ich nehme an es geht um den Vorfall im Motel? Ich war beim Sicherheitsdienst im Wisconsin. Am Dienstagabend hörten wir Schüsse aus Richtung vom Algiers. Die Polizei war da. Es gab ne riesen Schießerei. Als ich dann rein ging, waren drei Jungs bereits tot.“

Die Verantwortung für die Schießerei soll einem jungen Schwarzen in die Schuhe geschoben werden.

Ton: „Sie tragen einen Revolver?“ „Ich habe eine 38er“ „Schon mal jemanden erschossen?“ „Nein – ich weiß nicht.“

Dieser Film macht keinen Spaß. Eindrücklich und unbehaglich erzählt die Regisseurin eine Geschichte, die sich auch vor ein paar Monaten in Charlottesville hätte ereignen können, und nicht vor 50 Jahren in Detroit. Die unverarbeiteten Rassenkonflikte der USA brechen in den Momenten wieder durch, an denen junge Schwarze von weißen Polizisten erschossen werden. Namen wie Michael Brown oder Treyvon Martin geistern durch die Schlagzeilen, sind aber bald auch wieder vergessen. Konsequenzen und Gerechtigkeit für die Beamten gibt es selten. Und schwarze Amerikaner fürchten auch heute noch oft um ihr Leben, vor denen, die eigentlich ihr Freund und Helfer sein sollten.

Ton: Collage Straßenunruhen 30 Sekunden.

Die Stadt Detroit ist über Jahrzehnte zum Symbol für solche Konflikte und den sozialen Abstieg geworden. Von den früher mal zwei Millionen Einwohnern sind heute noch knapp 800.000 da, und es werden weniger. Ich war diesen Sommer selber da. Und das hat mich aufgewühlt. Ich habe eine Stadt gesehen, wo frustrierte Jugendliche aus Langeweile leerstehende Häuser anzünden, und niemand den Abriss bezahlen kann. Eine Stadt, wo Schießereien in Problembezirken auch heute noch zum Alltag gehören. Eine Stadt in der ein Großteil der Bevölkerung auch heute noch schwarz ist, und die Polizei weiß. Eine Stadt, die sich so anfühlt, als ob das nächste große Unglück nur darauf wartet zu passieren. Vielleicht so, wie im Algiers Motel 1967.

Ton: Schießerei

Es sei denn Amerika rafft sich auf, und geht seine Probleme an. Soziale Spaltung, Vorurteile, Ängste vor den anderen. Ein Film wie Detroit tut da einen wichtigen Schritt. Wer das Thema Rassenprobleme ignorieren will. Wer sagen will, das sind alles Einzelfälle, die keine Rolle spielen. Der darf zumindest die nächsten Wochen nicht ins Kino gehen.

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