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Kirche in WDR 3 | 03.08.2018 | 07:50 Uhr

Bitte! - sag es einfach

Guten Morgen!

Er trinkt einen Kaffee und ist in die Tageszeitung vertieft. Kommt seine Frau vorbei. "Du Schatz, da gibt es eine ganz tolle Ausstellung im Museum!" "Ja, ja, da habe ich auch schon von gelesen!" Schatz vertieft sich wieder in seine Zeitung. Und seine Frau zieht frustriert wieder ab. Weil, sie wäre ja so gerne mit Schatz in diese Ausstellung gegangen. Doch der merkt es mal wieder nicht.

Ein typisches Beispiel falsch gelaufener Kommunikation zwischen Mann und Frau. Was ist passiert? Die Frau will, dass ihr Mann ihren Wunsch errät. Der Mann will, dass seine Frau einfach sagt, was sie will.

Schon in der Bibel steht: "Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet." (1) So einfach ist das im Leben. Und ich werde an die Liedzeile aus der Sesamstraße erinnert: "Wer nicht fragt bleibt dumm!" Was für die Bildung gilt, gilt in vielen anderen Lebensbereichen: Man muss nur fragen.

Viele Menschen scheuen sich, andere um etwas zu bitten. Manchmal aus einem gewissen Ehrgefühl heraus. "Ich brauche doch keine Hilfe! Ich bin stark genug." Manchmal aus einer übertriebenen Rücksicht: "Ich möchte den anderen doch nicht zur Last fallen!" Und manchmal auch aus eigener Bequemlichkeit: "Bevor ich frage, mache ich das eben schnell selber!" Und hinterher tut einem der Rücken weh, weil es dann doch für einen fast zu schwer war. "Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet."

Also, keine Scheu vor dem „Bitte“-Sagen. Denn es ist ja klar: Irgendwann kommt jeder einmal an den Punkt, an dem er auf Hilfe angewiesen sein wird. Und wer meint, anderen zur Last zu fallen, der sollte mal folgendes überlegen: Es macht einem selber doch viel Spaß, anderen zu helfen. Und bei dem Punkt: „Ach, bevor ich frage, da mach ich es doch eben schnell selber“, da kann ich nur sagen: Eine kleine Frage und schon ist es zu zweit so viel leichter.

"Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet." Was nun zwischen uns Menschen gilt, dass gilt genauso zwischen Gott und Mensch. Ihr habt nichts, weil ihr nicht betet. Ihr habt nichts, weil ihr Gott nicht bittet! Und jetzt zögere ich zu sagen: So einfach ist das! Und doch bin ich von der Kraft des Gebetes überzeugt. Denn es heißt ja nicht, dass ich unbedingt genau das bekomme, worum ich gebetet habe. Sondern nur, dass ich etwas bekomme. Nun glaube ich an einen liebenden Gott. Deshalb werde ich von ihm nur wirklich gute Sachen bekommen (2). Auch wenn das nicht immer das ist, was ich mir gewünscht habe.

Warum probieren wir es nicht einfach aus? Immer wieder. Gott - einmal oder auch mehrmals - ganz konkret um die Dinge zu bitten, die wir brauchen. Natürlich können wir für den Weltfrieden beten. Wir können aber auch um Frieden mit dem streitlustigen Nachbarn bitten. Nur mal als Beispiel.

Der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: "Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal (im Original: Fatum) ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet." Das glaube ich auch!

Ihr Pastor Heddo Knieper aus Herne, gerne.

(1) Jakobus 4,2, Elberfelder Übersetzung

(2) Lukas 11,13

(3) Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 30 f

Nach einer Idee von Christof Lenzen, aus dem Buch "Energie geladen", S. 146, Neukirchener Verlag 2006, mit freundlicher Genehmigung des Autoren

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