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katholisch

Kirche in WDR 4 | 16.05.2018 | 08:55 Uhr

Danken

Neulich im Radio: „Das Münsterland ist nun fast flächendeckend mit schnellem Internet ausgestattet.“

„Wurde aber auch Zeit!“, denke ich beim Hören. „Wir leben doch nicht hinterm Mond!“ Und ärgere mich. Über mich selbst!

Was für eine Konsumhaltung! Ich hab nicht dafür demonstriert, kein Loch gebuddelt, keinen Handwerker bezahlt... aber ich finde trotzdem, schnelles Internet steht mir zu – auch auf dem Land.

Genau wie eine pünktliche Bahn mit bequemen, leeren Zügen. Bezahlbare Karten fürs Theater. Eine Krankenversicherung. Klar, bezahlte Elternzeit! Arbeitslosengeld, wenn es mal nicht läuft.

Mir fallen noch tausend Sachen ein, die für mich in Deutschland selbstverständlich sind. Privilegien sind für mich Normalität.

Und ich danke dafür… KEINEM!

Muss ich auch nicht, denken manche. Ich zahle ja Steuern...

Stimmt! Und trotzdem: wir haben hier so verdammt viel!

Das Thema hat irgendwie mit meinem Glauben zu tun: Auch wenn ich Ihnen jetzt keine Moralkeule um die Ohren schwingen will, warum es sich lohnt, dankbar zu sein, erzähle ich Ihnen trotzdem folgendes: Viele in meinem Umfeld tun sich schwer, von ihrem Glauben zu erzählen, sie finden entweder, das ist Privatsache, oder ihnen fehlen einfach die Worte.

Was aber so ziemlich allen Christinnen und Christen in meinem Umfeld gelingt, ist Dankbarkeit.

Immer wieder höre ich so etwas wie: „Wow, dass mir das jetzt doch gelungen ist, dafür bin ich dankbar.“ Oder: „Dass ich diese Krankheit überstanden habe, dafür habe ich eine Kerze angezündet.“ Oder „Ich bin zwar aus der Kirche ausgetreten, aber ich habe total viele meiner Werte aus diesem Glauben mitgenommen.“

Dankbarkeit zeigen oder sogar formulieren, das tut jeder anders. Was ich daran so sehr schätze, ist die Haltung dahinter: „Nein, ich nehme nicht alles in meinem Leben als selbstverständlich an. Manches wird mir einfach geschenkt, ganz ohne Bedingungen.“

Für mich ist diese dankbare Haltung eine moderne Form des Glaubensbekenntnisses: In einer Welt, in der fast alles machbar ist und jeder sich selbst verwirklicht, wie er es für richtig hält, tritt man einen Schritt zurück und dankt: einem anderen, den guten Umständen, einer unvorstellbaren Kraft. Oder man sagt ganz bewusst: Gott sei Dank.

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