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Kirche in WDR 2 | 30.08.2017 | 05:55 Uhr

Die übrigen Brocken

5000 Leute werden satt von nur fünf Broten und zwei Fischen. Kaum zu glauben. Und es kommt noch doller. Als sie fertig sind, sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Sammelt die übrigen Brocken, auf dass nichts umkomme!“ Und sie sammeln zwölf Körbe voll. ist. So erzählt es die Bibel. (Johannes 6,12-13)

Manche Geschichten werden wahr - auf eine ganz besondere Weise. Ich erinnere mich, dass meine Oma öfter mal von alten Brocken sprach. Sie meinte damit meistens alte Mäntel oder zu große Töpfe, die man nicht mehr brauchte. So etwas wurde früher oft weggeworfen. 1890 kam ein Mann namens Karl Schnitger auf die Idee, solche Dinge zu sammeln und zu Geld zu machen. Er wollte davon nicht reich werden, sondern eine gute Sache unterstützen. Er war psychisch krank und lebte in Bethel. Einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.

Mit seiner Idee ging er zu Friedrich von Bodelschwingh, – dem Chef der Einrichtung, und schlug ihm vor, alte Brocken zu sammeln. Die könne man reparieren, ausbessern und verkaufen, Der Erlös solle den Kranken zu gute kommen. Pastor Bodelschwingh fand die Idee gut. Er bat öffentlich um „jegliche Art von wertvolleren Gegenständen, die im Hause unnütz herumliegen.“ Und die Leute spendeten wie wild. Schon sehr bald brauchte Karl Schnitger Unterstützung - –immer mehr Bewohner halfen ihm bei der Brockensammlung. Heute, über 125 Jahre später, ist die Brockensammlung Bethel der größte Anbieter von Second-Hand-Waren in Bielefeld und Umgebung.

Die Brockensammlung ist ein Ort der Integration, wo Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten. Und viele, die nicht so viel Geld haben, können hier preiswert einkaufen. Kleidung, aber auch Möbel, Haushaltswaren, Kinderspielzeug

Durch die Wiederverwertung wird außerdem ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft gesetzt.

Und was nicht verkauft wird, geht auch mal als Spende nach Afrika. Kritiker sagen, dass ein Weiterverkauf von Altkleidern nach Afrika, die Menschen dort immer tiefer in die Abhängigkeit von Europa führt. Die Brockensamlung Bethel setzt sich aber dafür ein, dass mit der Weitergabe der gebrauchten Kleidung keine Märkte für heimische Waren zerstört werden. Die Hilfe für Afrika soll fair sein, für alle Beteiligten.

Über 4500 Kirchengemeinden in Deutschland sammeln ein- bis zweimal im Jahr Altkleider, die in Bethel sortiert und verwertet werden. Was Jesus nach der Speisung der 5000 gesagt hatte, „Sammelt die übrigen Brocken, auf dass nichts umkomme!“ wird heute noch in die Tat umgesetzt. Nicht nur in Bethel.

Biblischen Geschichten immer wieder neu zu lesen und zu verstehen, lohnt sich. So können aus den über zweitausend Jahre alten Erzählungen wunderbare Ideen, mit großer Wirkung werden.

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