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Kirche in WDR 5 | 12.10.2018 | 06:55 Uhr

Eine starke Frau - Elisabeth Fry

Guten Morgen!

Ich bewundere sie - die vielen Menschen, die sich in unserer Gesellschaft ehrenamtlich für andere engagieren. Menschen, die oft viel Zeit und Kraft investieren und die dorthin gehen, wo es schwer wird. Sie besuchen Kranke in den Krankenhäusern; sie gehen in die Gefängnisse, sie kümmern sich um Menschen mit Demenz und vieles andere mehr.

Heute vor 173 Jahren starb in England eine bemerkenswerte Frau, Elisabeth Fry. Ihr Engagement für andere hat für viele Menschen in England und dann auch in anderen europäischen Ländern die Welt verändert.

Elisabeth Fry war die Tochter eines reichen Gutsherrn und heiratete einen Londoner Bankier. Doch an dem, was sie hatte, wollte sie andere teilhaben lassen. Sie selbst sagte einmal:

Sprecherin: „Ich fühle mich nie glücklicher, als wenn ich jemand auch nur den kleinsten Liebesdienst erzeigen oder eine Sorge erleichtern kann.“

Schon als junge Frau setzte sich Elisabeth Fry für verwaiste Kinder in ihrer Umgebung ein und gründete eine Schule für sie. Diese Kinder erhielten eine ganz neue Perspektive für ihre Zukunft.

Ihre Lebensaufgabe allerdings fand Elisabeth Fry später. Mit 33 Jahren besuchte sie das Londoner Zentralgefängnis Newgate. Die unvorstellbaren Verhältnisse im Gefängnis erschütterten sie zutiefst: Gefangene lebten in Finsternis, hungernd, auf engstem Raum zusammengepfercht. Ein furchtbarer Gestank erfüllte den Raum. Zwischen den Frauen dort im Gefängnis wuchsen Kinder auf - in völlig verwahrlostem Zustand.

Elisabeth Fry setzte sich bei den Verantwortlichen für bessere Verhältnisse im Gefängnis ein. Daraufhin wurden in den folgenden Monaten die Säle der Gefangenen gereinigt, gelüftet; die Gefangenen erhielten saubere Kleidung. Die hygienischen Bedingungen für die Frauen wurden grundlegend verbessert. Elisabeth Fry gewann zahlreiche Mitstreiterinnen, die sich um die Frauen im Gefängnis kümmerten und die Kinder unterrichteten.

Jesus hat einmal gesagt:

Sprecher: „Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht. (…) Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“ (Matthäus 25,36.40)

In den Armen und Elendsten dieser Welt begegnet uns Christus und damit Gott selbst. Elisabeth Fry hat gesagt:

Sprecherin: „Es ist eine Ehre, an die Seite der Unterdrückten zu treten.“

Ihr christlicher Glaube und das Handeln aus diesem Glauben heraus – das gehörte für Elisabeth Fry selbstverständlich zusammen. Unermüdlich engagierte sie sich für eine Veränderung des Gefängniswesens im eigenen Land und weit darüber hinaus. So sprach sie als erste Frau vor dem Parlament und forderte eine menschliche Behandlung aller Gefangenen, seelsorgerliche Betreuung, Unterricht und Arbeit. Ihre Maßstäbe haben Auswirkungen bis heute.

Elisabeth Fry war eine außergewöhnliche Frau. Auch heute sind viele Engagierte da für die am Rand der Gesellschaft: Sie sind da für die ohne Obdach. Sie übernehmen Besuchsdienste im Gefängnis und kümmern sich um Strafentlassene.

Und ich frage mich: Wo ist mein Ort, von dem Jesus sagt „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.“

Es grüßt Sie, Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold

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