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Kirche in WDR 3 | 11.10.2018 | 07:50 Uhr

Farbe bekennen

Guten Morgen!

Bald ist es schon wieder ein Jahr her, dass die Evangelischen Kirchen in Deutschland das große Reformationsjubiläum gefeiert haben. 500 Jahre nachdem Martin Luther seine Thesen zur Veränderung der Kirche veröffentlicht hatte.

In unserem Nachbarland, der Schweiz, steht dieses Jubiläum im nächsten Jahr erst noch bevor. Am 1. Januar 2019 wird es 500 Jahre her sein, dass Ulrich Zwingli seinen Dienst als Priester am Großmünster in Zürich antrat. Damit begann dort die Reformation.

Fast zeitgleich mit Martin Luther forderte Zwingli in Zürich die Erneuerung von Kirche und Gesellschaft.

Heute ist der Todestag von Ulrich Zwingli. Zwölf Jahre nach seinem Dienstantritt in Zürich starb Zwingli im Krieg.

Ulrich Zwingli forderte die Gemeinden und die Verantwortlichen in seiner Kirche auf: Besinnt euch auf die Bibel! Er predigte nicht mehr auf Latein, sondern in der Sprache des Volkes. Die Menschen sollten die Botschaft der Bibel selber verstehen. Wie Luther übersetzte auch Zwingli - gemeinsam mit anderen Theologen - die Bibel in seine Landessprache. Die Züricher Bibel gilt als die älteste protestantische Übersetzung der gesamten Bibel.

Ein Wort aus der Bibel war Zwingli besonders wichtig. So wichtig, dass er diesen Vers auf der Titelseite nahezu aller seiner Schriften abdrucken ließ. Dieser Vers lautet in der Übersetzung der Züricher Bibel: „Jesus Christus spricht: Kommt zu mir, all ihr Geplagten und Beladenen: Ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28)

Häufig wurde auf dem Titelblatt zudem ein Christusbild abgedruckt. Es zeigte den auferstandenen Christus die Arme einladend ausgebreitet. Oder es zeigte Christus, wie er die Menschen auffordert, ihr eigenes Kreuz, das was sie belastet, vor ihm niederzulegen. Er wird es für sie tragen.

Wie gut ist es, wenn ich Dinge, die mich belasten, mit einem anderen teilen kann. Und es tut mir gut, das, was mich belastet, Gott anzuvertrauen. Es ist dann nicht einfach weg, aber ich spüre, wie mir jemand tragen hilft.

Zwingli hat das selbst auf sehr eindrückliche Weise erlebt, als er an der Pest erkrankte. Lange hat er unter den Folgen gelitten. Zugleich verspürte er eine große Dankbarkeit, dass Gott ihm durch diese Zeit half.

Diese Einladung Jesu „Kommt zu mir“ wollte Zwingli weitergeben. Und zwar so, dass die Menschen das auch spüren konnten. Deshalb setzte sich Zwingli – auch auf politischer Ebene - für die Armen in seiner Stadt ein. Er setzte ich dafür ein, dass Kinder zur Schule gehen konnten und damit Zukunftschancen bekamen. Die Botschaft Jesu sollte den Alltag der Menschen verändern. Sie sollte die Lasten der Menschen leichter machen.

Dass Zwingli am Ende in den Krieg zog für die Reformation, halte ich für einen Irrweg. Am 11. Oktober 1531 starb er auf dem Schlachtfeld.

Aber was mich bei ihm beeindruckt: Er stand für einen christlichen Glauben, der sich einmischt. Glaube war für ihn nicht nur Privatsache, sondern mit dem Glauben galt es Farbe zu bekennen. Und das hieß für Zwingli, anderen so zur Seite zu stehen, dass sie die Einladung Jesu spüren können: „Kommt her zu mir…“ Damit ist Zwingli ein Vorbild bis heute.

Ihr Dietmar Arends, Landessuperintendent aus Detmold

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