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Kirche in WDR 5 | 02.01.2018 | 06:55 Uhr

Haushalttipps von Paulus

Guten Morgen!

Haben Sie schon mal probiert, nasse Spaghetti vom Boden zu fegen?

Es ist ein Desaster.

Sie fegen und fegen und alles wird nur noch schlimmer. Die Nudeln lösen sich auf und verteilen sich in einer schmierigen Stärkemischung in den Borsten des Besens und auf dem Boden.

Mit jedem Besenstrich wird alles nur noch dreckiger, obwohl man sich doch so sehr wünscht, dass es endlich sauber ist.

Es gibt Momente im Leben, da können Kleinigkeiten das Fass zum Überlaufen bringen.

In meinem Leben beispielsweise um 19.30 Uhr. Die Kinder sind endlich im Bett. Es siehtaus, als hätte eine Bombe eingeschlagen: Überall Spielsachen, Krümel und schmutziges Geschirr auf dem Esstisch. Und dann die Nudeln. Diese verdammten Nudeln, die sich einfach nicht vom Boden fegen lassen. Sie können mein Kartenhaus ins Wanken bringen. Es ist, als lachten mir die nassen Spaghetti hämisch ins Gesicht: „Ha, wir haben gewonnen. Gib auf, du schaffst es ja doch nicht, alles im Griff zu halten! Das Chaos ist eh größer als du!“

In solchen Momenten bin ich so ohne Abwehrkräfte, dass ich selbst nassen Nudeln glaube.

An solchen Abenden überkommt mich manchmal die Frage: Wozu bin ich eigentlich da, wenn ich mit dem Chaos meines Lebens nicht klarkomme?

Und Zack, da bin ich hineingetappt in die Falle, die Menschen seit Jahrtausenden immer wieder gefangen nimmt. Fast alle denken ja: Wenn ich nur immer etwas tue, dann bin ich zu etwas nütze. Wenn ich aber lückenlos etwas tue, dann komme ich erst gar nicht zum Nachdenken. Ich laufe einfach und laufe und laufe, und meistens läuft es ja auch, aber dann irgendwann kommt es zu dem Punkt, an dem sich das Chaos durchsetzt und ich daran verzweifle, dass sich die nassen Nudeln nicht vom Boden fegen lassen.

Wenn der Apostel Paulus mir jetzt zuhören würde, würde er sich vielleicht neben mich auf den Esszimmerboden setzen, mir über den Kopf streichen und sagen:

„Meine Liebe, ein alter Freund von mir hat einmal gesagt: `Der Gerechte wird aus Glauben leben.` (Römer 1,17)

Oder anders gesagt: Die Menschen um dich herum sind froh, dass du da bist. Einfach so. Das reicht schon. Keiner mag dich mehr, weil du am Ende eines stressigen Tages auch noch die nassen Spaghetti auf dem Boden bezwingen kannst. Deine Familie, deine Freunde, sie mögen dich, weil du du bist. Weil Gott dich so gemacht hat, wie du jetzt bist.

Vertraue darauf, dann kann dir auch das größte Lebenschaos nicht den Mut nehmen.

Ach ja und einen Tipp hätte ich auch noch: Wenn du die nassen Spaghetti auf dem Boden einfach eine Nacht trocknen lässt, dann kannst du sie am nächsten Morgen ganz mühelos wegfegen.“

Einen entspannten Tag wünscht Ihnen, Judith Uhrmeister, Pfarrerin in Düsseldorf.

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