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Kirche in WDR 4 | 12.05.2018 | 08:55 Uhr

Helikoptereltern

Guten Morgen! Haben Sie dran gedacht? Morgen ist Muttertag. Noch ist Zeit, ein Geschenk zu besorgen. Den obligatorischen Blumenstrauß, Pralinen oder sonst ´was Nettes. Vorausgesetzt, in Ihrer Familie spielt der Muttertag eine Rolle. Für manche ist er gar nicht mehr zeitgemäß. Wo heutzutage beide Elternteile gleichberechtigt an der Erziehung beteiligt sind, müssten eigentlich auch beide beschenkt werden, Mutter und Vater. Wie wäre es mal mit einem Geschenk, das man nicht anfassen kann? Zum Beispiel mit Vertrauen. Den meisten Kindern fällt es von Natur aus leicht, anderen Vertrauen zu schenken. Schon ganz und gar, wenn es um Mama, Papa oder die Großeltern geht. Dafür hat Jesus die Kinder schon in biblischen Zeiten gelobt und den Erwachsenen als Vorbild hingestellt. „Lasst doch die Kinder“, sagt er. „Hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen. Denn für Menschen wie sie ist das Himmelreich da.“ (Matthäus 19, 14) Ihm gefällt das kindliche Vertrauen. Kinder begeben sich einfach in die Hand der Eltern und verlassen sich darauf, dass sie sie festhalten und auffangen, egal was kommt. Umgekehrt gelingt das nicht immer. Vielen Eltern fällt es schon schwer, ihren Kindern zu vertrauen, wenn sie allmählich selbständig werden. Schließlich sind sie ja für alles verantwortlich. Manche werden zu den vielzitierten Helikoptereltern. Wie ein Heli über einer Autobahn kreist, um den Verkehr zu beobachten und gegebenenfalls einzugreifen, so lassen sie ihre Kinder nicht aus den Augen. Nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! In der Kita kommt es vor, dass die Erzieherinnen klare Anweisungen bekommen, bei welcher Außentemperatur ihr Kind draußen spielen darf und wann es drinnen bleiben muss. Und was das Kind anzuziehen hat. Grundschulkinder werden mit dem Auto bis vors Schultor gefahren und in den ersten Schulwochen bis zum Klassenzimmer begleitet. Bis die Klassenlehrerin sachte oder auch mal deutlicher darauf hinweist, dass die Kinder es ab jetzt alleine schaffen. Der Sohn in der Lehre kriegt morgens noch in aller Herrgottsfrühe das Butterbrot eingepackt und den Hinweis, sich ja warm anzuziehen. Es fällt schon schwer, loszulassen. Ich weiß noch, wie es war, als unser Sohn zu einem Highschooljahr nach Texas aufgebrochen ist. Wir dachten, das halten wir nie aus. Aber wir haben es geschafft. Man braucht nur eine andere Form von Beziehung, wenn die Kinder nicht mehr um einen herum sind. Wir haben zu festen Zeiten telefoniert, oder geskypt, konnten loslassen und doch in Kontakt bleiben. Und später, zuhause? Da war es uns wichtig, wenn wir uns treffen, gemeinsam etwas zu unternehmen. Ins Kino zu gehen, Schach zu spielen oder einfach zusammen zu essen und zu reden, damit der Faden nicht abreißt.

Es braucht Vertrauen, dass man die Kinder immer mehr loslassen kann. Sicher trägt sich die Verantwortung dafür leichter, wenn man sich selbst auch jemandem anvertrauen kann. Wenn man sich selbst getragen weiß von Freunden, mit denen man sich austauscht, oder Bekannten, die in der gleichen Lebensphase sind. Oder auch, wenn man auf Gott vertraut. Glauben ist doch nichts anderes, als zu wissen, es gibt da einen, der uns und unsere Kinder hält und begleitet, der sie sieht, auch wenn wir weit auseinander sind. Gott hat die Helikopterperspektive auf Eltern und Kinder. Die müssen wir nicht einnehmen. An uns ist es, gemeinsame Zeiten zu haben. Etwas zusammen zu unternehmen und in Kontakt zu bleiben. Zum Beispiel morgen am Muttertag.

Viel Freude dabei wünscht Ihnen Pfarrerin Barbara Schwahn aus Düsseldorf

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