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Sonntagskirche | 10.06.2018 | 08:55 Uhr

Koala, oder: Die Evolution hat Humor

Gut, es kann nicht jeder ein Flugticket nach Australien buchen, um über die Schöpfung dort zu schmunzeln. Daher will ich Ihnen erzählen, wie es mir ergangen ist, als ich Anfang des Jahres da war. Denn da kommen Australienbesucher nicht drum rum: Sich zu wundern über das, was die Menschen dort selbstverständlich finden: Was da so alles unter dieser Sonne kreucht und fleucht.

Und gerade in Sachen kreuchen und fleuchen, also bei der Tierwelt, hat Australien einiges zu bieten. Und zwar eine ganze Reihe Tiere, die es nur dort gibt. Ich finde es faszinierend, dass sich die Natur an unterschiedlichen Orten so unterschiedlich entwickelt hat, abhängig von Klimazonen, Kontinentverschiebungen und anderen Gegebenheiten.

Die bekanntesten Vertreter der Tierwelt in Australien sind sicher zwei Sorten der vielen unterschiedlichen Beuteltiere, die es dort gibt: Kängurus und Koalas.

Die Kängurus sind sozusagen für Australien sowas wie bei uns die Rehe und Hirsche. Man sieht sie nicht überall, aber am weiß, dass sie da sind, und wenn man mal ein Reh sieht, ist das keine Meldung in den Lokalnachrichten wert. So ist das mit den Kängurus in Australien: Für die dreht sich kein Einheimischer um. Der passt höchstens gut auf, dass er, vor allem in der Dämmerung, keines mit dem Auto erwischt. Ich kam bis zum Ende meiner Reise nicht aus dem Staunen raus, dass da hin und wieder ein großes Tier sitzt und dann nicht wegläuft, sondern plötzlich wegHÜPFT! Abgefahren. Diese Schöpfung. Das dachte ich mir so oft auf dieser Reise durch Australien.

Meine Lieblingsgeschöpfe dort, Down Under, waren jedoch kleinere Beuteltiere. Welche, die auf Bäumen wohnen: Die Koalas, mit ihren runde Ohren, schwarzen Knopfaugen und dieser großen schwarzen ovalen Nase. Koalas sind das pelzgewordene Kindchenschema und daher einfach nur: süß. Auch Koalas leben nur in Australien und nirgendwo sonst. Und sie leben nur da, wo es eine bestimmte Sorte von Eukalyptus-Bäumen gibt.

Denn Koalas haben einen phänomenalen Appetit. Sie futtern ungefähr ein Kilo Eukalyptusblätter pro Tag. Eine Nahrung, die kein anderes Lebewesen verdauen kann, weil sie ganz schön giftig ist. Auch für Koalas ist das eine Herausforderung. Deshalb schlafen die Tiere auch bis zu 20 Stunden am Tag. Der Koala-Körper braucht Zeit, viel Zeit, die giftigen Blätter zu verwerten und zu verdauen. Durch ihre spezielle Diät haben Koalas keine natürlichen Feinde: Sie sind schlicht ungenießbar für andere Tiere. Wer sich im Laufe der Evolution mal an einem Koala versucht hat, dem ist das im wahrsten Sinn des Wortes nicht bekommen.

Gefährlich wurde es für die Koalas erst, als Menschen in ihren Lebensraum gekommen sind. Essen konnten die Menschen die Koalas auch nicht, aber der Pelz war für sie interessant. Zum Glück ist das Geschichte . Die Tiere stehen längst unter Schutz.

Das alles macht die Koalas ja schon zu einem echten Phänomen. Aber phänomenal fand ich bis zum Schluss ihre Wirkung auf Menschen: Wann immer man einen Koala entdeckt, im Vorgarten eines Hauses zum Beispiel, dösend auf einem Eukalyptusbaum, mit etwas Glück auch nur 3 und nicht 10 Meter über dem Boden - passiert immer das gleiche:

Es kommen Leute zusammen. Und alle lachen. Und ohne, dass man die Sprache der anderen Touristen versteht, weiß man, was die anderen sagen oder denken: „Guck mal da! Ist der nicht süß! Unglaublich, die gibt es wirklich!“ und so ähnlich. Und wildfremde Menschen lächeln sich an und werden für einen kurzen Moment eine verschworene Gemeinschaft, die sich an diesem kuriosen und sehr sehr niedlichen Geschöpf erfreuen.

Wissen Sie: In Sachen Natur glaube auch ich als Christin nicht, dass Gott sich sieben Tage lang mit Bastelmaterial hingesetzt und alle Geschöpfe entworfen, ausgeschnitten und ausgemalt halt. Doch ich glaube, dass Gott in dieser Welt und in der Natur lebendig ist und wirkt. Und er freut sich mit, wenn man beim Anblick eines schlafenden Koalas denkt: Hier hat die Evolution echt Humor gehabt.

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