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Kirche in WDR 5 | 23.12.2017 | 06:55 Uhr

Nussschalen Evangelien

Guten Morgen!

Sie gehören zu Weihnachten. Die Nüsse. Ob in den Plätzchen. Oder auf dem Weihnachteller.

Ob Walnüsse, Haselnüsse, Erdnüsse oder Paranüsse. Besonders die Paranüsse, habe ich schon als Kind gerne gemocht. Sie lagen zu Hause auf unserem Weihnachteller. Aber es war ziemlich schwer, diese Nüsse zu knacken.

Dass wir gerade in den letzten Wochen des Jahres so reichlich mit Nüssen versorgt werden, hat damit zu tun, dass man sie erst im Herbst ernten kann. Nüsse soll man nicht vom Baum pflücken. Sie sollen von ganz alleine herabfallen. Das ist das Zeichen dafür, dass sie reif sind. Und dann müssen sie noch trocknen, damit sie schön knackig sind und man ihre Schale gut öffnen kann.

Nüsse sind sehr nährstoffreich. Sie haben viel Fett. Besonders Walnüsse haben viel ungesättigte Fette, also gesunde Fette. Man kann daraus Öl gewinnen. Und mit diesem Öl Lampen anzünden. Und Nüsse haben Vitamine. Nüsse helfen nicht nur den Eichhörnchen über den Winter. Auch für den Menschen sind Nüsse schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte eine wichtige Nahrung im Winter gewesen. In der Antike war die Nuss ein Symbol für Geduld und Fruchtbarkeit. Im alten Rom war die Nuss ein beliebtes Kinderspielzeug. „Bei den Nüssen sein“, hieß damals so viel wie: Noch ein Kind sein.

Die Nuss ist schon seit vielen Jahrhunderten auch ein christliches Symbol. Da gibt es in der christlichen Kunst des Mittelalters die so genannte Mandorla. Das ist ein mandelförmiger Heiligenschein, der Christus- oder Marienfiguren umgibt.

Und am Weihnachtsfest sagt man, geht es um das Evangelium in nuce. „In nuce“ das ist lateinisch und meint übersetzt: in der Nuss: Das Evangelium in der Nuss. Das heißt: Das Evangelium ganz kurz, mit wenigen Worten zusammengefasst.

Als der evangelische Theologe Karl Barth einmal gefragt wurde, was für ihn das Evangelium in nuce, das Evangelium in der Nuss bedeute, antwortete er mit einer Zeile des Weihnachtsliedes „O du fröhliche“: „Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freude dich, Christenheit.“

Dieses Evangelium ist wie die Nuss: Es kommt von oben. Man kann es nicht pflücken, sondern muss darauf warten bis es ankommt. Daran erinnert die Adventszeit. Und so, wie die Nuss eine Schale hat, die geknackt werden will, so ist auch das Weihnachtsevangelium eine Herausforderung. Da erwarten alle, dass Gott den Retter der Welt schickt. Der Frieden und Gerechtigkeit bringt. Und dann kommt das Kind in der Krippe. Da hat Gott uns eine harte Nuss gegeben. Mit diesem unerwartet kleinen Retter zeigt Gott: Durch eigene Kraft allein wird kein Friede. Er ist ein Geschenk, das Gott in die Herzen legt. Eine tiefe Freude gerade da, wo ich nichts leisten muss und kann. Mich Gottes Wunder, seiner Zartheit und damit auch meiner eigenen Verletzlichkeit öffne. Und wie die Hirten und Weisen von tiefer Freude erfüllt sind. Der Weihnachtsfreude.

Ein Weihnachtsfest mit dem Evangelium in nuce und mit vielen leckeren Nüssen unter dem Christbaum und im Weihnachtsgebäck wünscht Ihnen

Ihr Christoph Neumann, Pastor in Hemer.

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