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Kirche in WDR 2 | 09.10.2018 | 05:55 Uhr

Sinn des Lebens

„Was ist der Sinn des Lebens?“ Eine Stunde dürfen sie mich, die neue Pfarrerin, alles fragen – es ist eine Art Kennenlernspiel. Und die jungen Menschen zwischen 14 und 24 spielen es gut. Anonym haben sie ihre Fragen auf Zettel geschrieben, einer von ihnen liest mir eine Frage nach der anderen vor. Einige sind leicht zu beantworten: Hast du eine Bucketlist?- Nein, hab ich nicht. Andere kann ich gar nicht beantworten und manche Fragen lassen mich irgendwie sprachlos zurück, so wie die Frage nach dem Sinn des Lebens.

Lange ist es her, dass ich mir diese Frage wirklich gestellt habe. Eine befriedigende Antwort habe ich nicht gefunden: weder in der Bibel noch in einer anderen Religion und in der Philosophie schon gar nicht. Und während ich über dieser Frage „erwachsen“ geworden bin, habe ich festgegellt: Ich kann auch ohne eine letztgültige Antwort leben. Als Notfallseelsorgerin habe ich gelernt, die Sinnlosigkeit von Leid auszuhalten und gleichzeitig zu spüren, was ich mache, macht Sinn. Es macht Sinn, Opfer von Katastrophen zu begleiten, bei ihnen zu sein.

Ich habe in meinem Leben gelernt, mit allen Sinnen zu leben. Um das zu lernen, habe ich einen Achtsamkeitskurs gemacht. Seitdem höre ich anders zu, schmecke anders nach, rieche länger am Fell meines Hundes, tanze und singe und liebe so intensiv wie möglich. Mit allen Sinnen zu leben, gibt zwar nicht immer Sinn. Dennoch: Bewusster zu leben, gibt den kleinen und großen Dingen des Lebens mehr Bedeutung.

„Also, ich weiß nicht, was der Sinn des Lebens ist. Aber anderen zu helfen, gut zu leben und sich selbst Zeit und Aufmerksamkeit zu geben , ist bestimmt ein Teil davon.“ So in etwa habe ich es wohl zu den Jugendlichen gesagt. Ich glaube, ich bin mit dieser Antwort trotzdem noch nicht zu Ende. Die Frage geht mir weiter nach.

Und dann suche ich im Museumsshop nach vielen lustigen und schönen Geschenken für meine Familie. So viel unsinniges Zeug, aber „so schön“. Und da zaubert Gott mir ein Lächeln ins Gesicht, weil Schenken auch ein Teil dessen ausmacht, was der Sinn des Lebens ist.

Ich glaube nicht, dass Gott will, dass ich eine fertige Antwort parat habe. Vielmehr will er, dass ich aufmerksam bleibe und mir die Frage immer wieder stelle. Und Antworten finde, die auch was mit ihm zu tun haben. Denn: Es hat Gründe, dass er uns so geschaffen hat, wie wir sind. Mit Hand, Herz und Verstand.

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