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katholisch

Kirche in WDR 3 | 23.02.2018 | 07:50 Uhr

Wundergeschichte mit Blindenheilung

„Sie kamen nach Jericho. An der Straße saß ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.“ (Mk 10,46-52)

Die Geschichte von der Heilung des blinden Bartimäus ist für mich eine der Antworten darauf, was Seelsorge ist. Sie ist wie ein Leitfaden für die Seelsorge, Schritt für Schritt.

„An der Straße saß ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.“ Bartimäus ist blind und arm. Aber er hat einen Namen: Bartimäus. Und er hat eine Geschichte: Er ist der Sohn des Timäus. Seelsorge bedeutet für mich zuerst: Heraustreten aus der Anonymität. In Menschen das Bewusstsein stärken, dass sie ein Jemand sind, der Würde hat: einen Namen vor Gott. Geschichte und Identität.

„Bartimäus rief laut, doch man befahl ihm, zu schweigen.“ Der Blinde spürt seine Blindheit, darin aber seine Sehnsucht nach Licht. Er lässt sich nicht mundtot machen. Seelsorge bedeutet für mich, den oft stummen Schrei zu hören. Sprechen für die, die keine Stimme haben. Und vor allem: Menschen selber zum Sprechen bringen, zum Erzählen über ihr Leben, über ihren Glauben und ihre Zweifel.

„Da warf Bartimäus seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu.“ Der Blinde bekommt Mut. Und dann lässt er alles hinter sich, was er noch hat: nämlich seinen Mantel, und damit seine ganze Sicherheit. Seelsorge bedeutet für mich die Ermutigung, vieles hinter mir zu lassen, was mich abhält von mir selbst, von anderen und von Gott. Das können selbstgemachte Sicherheiten sein. Und liebgewordene Gewohnheiten.

„Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.“ Jetzt stehen sie einander gegenüber: Bartimäus und Jesus. Und doch: Jesus drängt sich nicht auf, auch jetzt nicht. Obwohl er weiß, dass Bartimäus blind ist, fragt er noch einmal nach: „Was soll ich dir tun?“ Seelsorge bedeutet für mich, sich nicht aufzudrängen, sondern ins Gespräch zu kommen: In den Dialog über die Sehnsucht der Menschen.

„Dein Glaube hat dir geholfen.“ Bartimäus wird geheilt, nicht durch ein Wunder, nicht durch Zauberei, sondern durch seinen Glauben. Seelsorge bedeutet für mich, das Heil allein in Jesus Christus zu sehen, nicht im menschlichen Erfolg. Allein ihm will ich Heilung zutrauen. Um ihn allein soll es letztlich gehen. Alles andere folgt daraus.

„Und er folgte Jesus auf seinem Weg.“ Bartimäus, jetzt wieder sehend, zieht Konsequenzen. Er folgt Jesus nach. Der Weg, den Bartimäus jetzt geht, ist der Weg mit Jesus nach Jerusalem – durch Leiden und Tod zum Leben. Seelsorge bedeutet für mich, dass Menschen ihre Berufung zum Glauben entdecken und dann auch mitgehen.

An der Bartimäusgeschichte kann ich ablesen, was Seelsorge bedeutet:

Menschen nahebringen, dass sie Ansehen haben: einen Namen vor Gott.

Sie zum Sprechen ermutigen über ihr Leben, ihren Glauben.

Eine vertrauensvolle Beziehung zu Jesus Christus vorleben und begleiten.

Sich nicht aufdrängen, sondern anknüpfen an der Sehnsucht der Menschen.

Jesus zutrauen, dass er es ist, der Heilung schenkt.

In die Nachfolge Jesu einladen: mit Jesus den Weg zum Leben gehen.

Das ist doch sehr hilfreich! – meint Pfarrer Stefan Jürgens aus Münster.

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