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Hörmal | 16.04.2017 | 07:45 Uhr

Ostern: Fake-News?

Stimmt sie nun, oder stimmt sie nicht, die Osterbotschaft vom leeren Grab? Lebt Jesus – oder nicht? Ist er von den Toten auferstanden – oder nicht?

Das Neue Testament berichtet davon, aber niemand war tatsächlich dabei, als Jesus von den Toten auferstand. Die Zeugen berichten nur im Nachhinein und erzählen davon, dass ihnen der auferstandene Jesus erschienen sei. Kann das denn aber wahr sein? Eigentlich widerspricht die Vorstellung allen menschlichen Erfahrungen, dass jemand von den Toten aufersteht. Tot ist nun mal tot. Ende, aus, basta! Und jetzt wird hier das Unwahrscheinliche als Tatsache vorgestellt: Jesus, der gekreuzigt und gestorben ist, er lebt.

Wie steht es nun um die Wahrheit einer solchen Botschaft, die eigentlich nach allen Erfahrungen des menschlichen Lebens unwahrscheinlich klingt?

Ich habe mich das sehr bewusst gefragt angesichts des aktuellen sogenannten "Trumpismus" – wo Lügen auf dem politischen Parkett salonfähig geworden sind. Ist die Osterbotschaft ein früher Fall von „alternativen Fakten“? Fake-News? Stimmt das also mit dem leeren Grab und der Auferstehung?

Das Problem der Fake-News, also der bewusst lancierten Falschmeldungen taucht nicht erst in unserer Zeit auf. Es ist uralt. Der griechische Philosoph Platon aus dem vierten Jahrhundert vor Christus kritisierte bereits eine Gruppe gewiefter Redekünstler: Sie folgten nicht der Wahrheit, sondern verdrehten diese durch gewandte Rede. Entscheidend sei für diese Redekünstler nicht mehr das, was tatsächlich ist, sondern das, was gefühlt richtig ist. So werden Wahrscheinlichkeiten zu Tatsachen erklärt und Wahrheiten ignoriert, so werden alternative Fakten gesetzt und Fake-News verbreitet.

Was empfiehlt nun Platon in einem solchen Fall? Er besteht darauf, der Wahrheit verpflichtet zu bleiben, und setzt auch auf die Rechtschaffenheit und Unbescholtenheit des Redners.

Aber was bedeutet das jetzt für die Osterbotschaft? Ist sie doch nur alternatives Faktum und Fake-News? Das ist wirklich eine schwierige Frage. Mit Platon kann ich nur auf die Rechtschaffenheit und Unbescholtenheit derjenigen setzen, die die Osterbotschaft verbreitet haben, von Anfang an. Und – es bleibt eine Frage des Glaubens, der immer auch angezweifelt werden kann und muss, wie alle Fakten und News, ob alternativ oder gefaked. Ich bin jedenfalls mit diesem Prozess des Glaubens nicht fertig, sondern muss mich dem Zweifel stellen: Stimmt sie nun oder stimmt sie nicht, die Osterbotschaft vom leeren Grab. Lebt der tote und begrabene Jesus – oder nicht? Ist er von den Toten auferstanden – oder nicht?

Mir hilft bei der Antwort auf diese Glaubensfrage letztlich eine selbstkritische Haltung, die im Neuen Testament selbst formuliert ist: Ein Mann bringt sein krankes Kind zu Jesus, damit er es heile. Jesus fragt den Mann nach seinem Glauben und der erwidert selbstkritisch und in einem Atemzug (Mk 9,24): „Ich glaube – Herr, hilf meinem Unglauben.“ Genau diese selbstkritische Haltung von Glaube und Zweifel zeichnet die Redlichkeit und Unbescholtenheit des Mannes aus. Und die ist – ganz im Sinne Platons – für mich wichtig, nicht nur, wenn es um alternative Fakten und Fake-News geht, sondern auch bei meiner persönlichen Glaubens-Frage: Lebt Jesus – oder nicht? Ist er von den Toten auferstanden – oder nicht?

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