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Kirche in WDR 2 | 27.04.2018 | 05:55 Uhr

Allem zum Trotz: Weiter spenden

Klar, das denken jetzt viele. Ich spende doch nicht mein Geld oder meine Klamotten, damit die ihre Sexparties feiern können. Jüngster Anlass: Der Skandal der britischen Wohltätigkeitsorganisation Oxfam. Die Hilfsorganisation verkauft Kleidung für einen guten Zweck. Bisher haben sie einen tadellosen Ruf gehabt. Doch jetzt ist herausgekommen, Oxfam Mitarbeiter haben Sexparties mit minderjährigen Mädchen gefeiert. Auf Haiti - nach dem grauenhaften Erdbeben vor acht Jahren. Die weißen Helfer haben das „Frischfleisch Grillfest“ genannt. Zwischen den Toten – den 250.000 Opfern.

Das ist wirklich empörend und: Oxfam ist kein Einzelfall, sagt die niederländische Journalistin Linda Polman. Sie berichtet seit Jahrzehnten aus Krisengebieten. Überall gibt es diesen Machtmissbrauch, der stillschweigend hingenommen wird. Kein Wunder: Die Mitleidsindustrie ist ein Riesen-Geschäft - 150 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Der Rubel muss rollen. Da geht es genauso zu wie anders wo.

Was tun? Ich denke, es geht darum anzuerkennen, dass es leider doch häufig und überall zu sexuellen Übergriffen kommt. Bei großen Unternehmen und in kleinen, in Vereinen und Schulen, ja auch bei den Rundfunkanstalten und den Kirchen. Weil: Die Struktur ist immer die gleiche. Es gibt Menschen, die viel Macht haben und viel Geld. Die können sich alles leisten. Und es gibt Abhängige, wobei es da Unterschiede gibt. Bei einigen geht es ums Überleben, so wie bei den jungen Frauen in Haiti, bei anderen nicht.

Was tun? „Es“ anerkennen. Den Fakt, dass sexuelle Gewalt zum Alltag gehört. Und: „Es“ – den Skandal - öffentlich machen, um deutlich zu machen. So nicht!

Verschweigen, vertuschen heißt letzten Endes „Es“ dulden, die sexuelle Gewalt, den sexuellen Missbrauch. Es verschweigen, heißt Mitmachen, bei dem „War doch gar nicht so gemeint“ oder dem „Muss man doch verstehen“ oder dem „Kann doch mal passieren“.

Nein, es kann und darf nicht passieren. Wenn es passiert – und wie gesagt Missbrauch gehört zum Alltag - muss das Konsequenzen haben. Für die Täter. Da können wir – und das finde ich interessant - von den Vereinten Nationen lernen. Die haben über 100 Fälle ihrer Blauhelm Soldaten aus Sri Lanka dokumentiert: Sie alle hatten Sex mit Minderjährigen auf Haiti. Und es gab so etwas wie Entschädigungen.

Aufhören, zu spenden ist jedenfalls keine Alternative. Wir treten aus gegebenem Anlass ja auch nicht aus der Kirche aus oder boykottieren die ARD. Alle andern dort machen ja gute Arbeit. Weitermachen und das Unrecht öffentlich machen, darum geht es. Damit sexuelle Übergriffe nicht weiter verschwiegen und als Kavaliersdelikt abgetan werden.

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