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Kirche in WDR 2 | 26.07.2018 | 05:55 Uhr

Alles-oder-Nichts-Tag

Der Vater und drei ältere Geschwister sind erschossen worden.

Kämpfe im Dorf, Schreie, Angst.

Das ist der Anfang von nur einer von neun Kurzgeschichten, die auf meinem Schreibtisch hier im Kindermissionswerk ,Die Sternsinger’ liegen. Und alle beginnen ähnlich.

Mütter fliehen mit ihren überlebenden Kindern aus den Dörfern, alle rennen um ihr Leben. Für sie ging es um: Alles oder nichts...

Alle neun Geschichten der Kinder aus dem Südsudan ähneln sich.

Alle Mädchen und Jungen haben Schreckliches erlebt, aber besonders betroffen gemacht hat mich die Geschichte von Dut. Dut ist erst drei Jahre alt, und als man ihn gefunden hat, lag er auf seiner toten Mutter, immer noch an ihrer Brust. Wie lange er dort lag, weiß niemand. Ohne Hilfe wäre Dut verhungert. Er ist stark unterernährt, nicht normal entwickelt und spricht nicht. Stark traumatisiert baut er nur zu seiner Schwester vorsichtigen emotionalen Kontakt auf.

Alles oder nichts...

Der Klimawandel und bewaffnete Konflikte, alles das treibt Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen und wo anders Schutz zu suchen, das ist nicht nur im Südsudan so. Für viele Kinder weltweit geht es aktuell genau um das: Alles oder nichts.

Warum ich das ständig sage, dieses: Alles oder nichts?

Nun heute ist dieser sonderbare Welttag – der „Alles-oder-nichts¬¬-Tag“...

Nur gemeint ist er ganz anders:

Er soll dazu einladen, lange hinausgezögerte, aber eigentlich wichtige Entscheidungen anzugehen. Anders gesagt, Sorgen und Ängste über Bord zu werfen und alles auf eine Karte zu setzen. Also quasi: Alles oder nichts.

Kann ich heute aber nicht - angesichts dieser Kinderschicksale, die ich gelesen habe, und auch wegen der Fotos, die vor mir liegen... Keine leichte Kost, und oft ist es auch schwer, damit klar zu kommen. Angesichts dieser Geschichten wirkt alles um mich herum so abstrakt: Mein Schreibtisch, das Notebook, Aktenablage, der frische Kaffee...

Wieder einmal wird mir bewusst wie gut ich es hier in Deutschland habe. Und ich blicke nach oben zu Gott und stelle ihm die Frage:

Warum haben wir hier ALLES und so viele in der Welt haben NICHTS?

Bildrechte: Kathrin Harms/Kindermissionswerk.

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