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Kirche in WDR 3 | 13.02.2018 | 07:50 Uhr

Anfangen - mit Gott im Rückspiegel

Guten Morgen!

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ So fängt die Bibel an. Der Anfang ist vielversprechend, er verspricht Zukunft. „Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen Gottes, der Himmel und Erde geschaffen hat, […]“ – mit diesen oder ähnlichen feierlichen Worten beginnt der sonntägliche christliche Gottesdienst. Wenn in der Bibel vom Anfang die Rede ist, dann geht es nicht lediglich um einen Startschuss.

„Anfang“ steht für das, was jeden Start überhaupt erst möglich macht, für das, wovon alles herkommt und worauf es hinausläuft. Menschen fragen nach dem Anfang der Welt. Die Alten sprachen mehrheitlich vom lieben Gott, die Heutigen bevorzugen das Wort „Urknall“. Aber auch dieses so wissenschaftlich anmutende Wort setzt letztlich die überlieferten Ur-Erzählungen fort, die großen religiösen und weltanschaulichen Erzählungen von dem, was hinter allem liegt, sogar hinter dem Anfang. Was steckt dahinter, dass es anfängt und wir mit uns und der Welt etwas anfangen können?

Der Ursprung bestimmt zugleich den Sinn, die Richtung des Lebens. Für mich ist Gott der Ursprung allen Lebens, der am Anfang steht, sogar am Anfang aller wissenschaftlichen Theorien, die wir Menschen in aller Freiheit des Denkens und Forschens entwickeln. Von Gott komme ich her, er trägt mich und leitet mich, und in ihm vollendet sich eines Tages mein Leben.

Der Anfang ganz am Anfang der Schöpfung ist zugleich der Vorbeginn alles dessen, was ich mit meinem Leben anfange, mit meiner Arbeit, mit meiner Liebesbeziehung, meinem Tag und meiner Nacht. Was ich aber mit meinem Leben anfange, ist nicht nur Anfang, sondern zugleich Fortsetzung. Ja, ich treffe meine eigenen Entscheidungen und mache meine eigenen Erfahrungen – und doch ist das alles ist eingebettet in den Zusammenhang, in den ich hineingeboren werde und hineinwachse. Ich schaffe ihn nicht selber, bin vielmehr der Apfel der nicht weit vom Stamm fällt.

In der Bibel steht: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.“ (Buch der Sprüche 1,7)

Die „Furcht des Herrn“, die Gottesfurcht, hat nichts mit Angst zu tun. Gottesfurcht meint Re-spekt, Wörtlich übersetzt heißt Re-spekt: Rück-sicht. Schau dich um und vergiss nicht, woher du kommst. Mein Leben ist ein mir anvertrautes Gut, in dem Gott wirkt, und das er segnen will. Wenn ich mich frage, was ich mit meinem Leben anfange, beginnt mit dem Re-spekt die Einsicht.

Der Re-spekt, die Rück-Sicht macht sehend wie ein Rück-Spiegel beim Autofahren. Erst die Rück-Sicht ermöglicht mir den Rundumblick. Sie weitet meinen Horizont.

Die Rück-Sicht ist der Anfang der Erkenntnis. Sie hilft mir zu erkennen, was erkannt werden muss, damit dieser Tag ein guter Tag wird. Ein Tag in der Kette der Tage, die ihren Ursprung in Gott haben und in ihm vollendet werden. Tage, die zu etwas gut sind, mit denen man etwas anfangen kann. So fange ich jetzt, zugleich mit Ihnen, meinen Tag an, und es wird sich im Laufe dieses Tages zeigen, was ich mit ihm anfangen kann.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Einen guten Tag wünscht Ihnen Ihr Dieter Beese aus Bielefeld.

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