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katholisch

Kirche in WDR 2 | 17.04.2018 | 05:55 Uhr

Armut

Als Schwester habe ich Armut gelobt. Und wirklich, ich hatte nichts mehr, als ich ins Kloster eingetreten bin. Es war also ein echter „Abschied von der Welt“ – jedenfalls nannten meine Freunde meinen Eintritt theatralisch.

Kurz bevor es losging ins Kloster habe ich eine „Nimm-Mich-Mit“-Party gemacht. Alle meine Freundinnen und Freunde habe ich in mein kleines Zimmer im Schwesternwohnheim der Uniklinik eingeladen und sie durften sich alles mitnehmen, was sie gebrauchen konnten. Manche Sachen konnte ich schwer loslassen. Mein Laura Ashley Kleid zum Beispiel. Ich hatte es mir von meinem ersten Gehalt geleistet. Das Kleid war teuer. Meine Freundin nahm es mit: „du bekommst es wieder, wenn du austrittst“ versprach sie mir. Und ich bekam es tatsächlich wieder, als ich nach einigen Jahren den Orden wechselte.

Meine geliebte Ente, mein erstes Auto bekam sie auch. Das fiel mir besonders schwer. Symbolisierte sie doch ein Stück Eigenständigkeit und Freiheit! Aber als dann alles weg war, empfand ich auch – o Wunder- Freude und sogar Leichtigkeit.

Ich bin dann in ein recht strenges Zisterzienserinnenkloster eingetreten. In dem war es üblich z.B. in alle Bücher, „ad usum“ zu schreiben – was so viel heißt wie „zum Gebrauch“. Damit machen die Schwestern deutlich, dass wir das Buch nicht besitzen, sondern eben nur zum Gebrauch haben. Das verändert die innere Haltung zu den Dingen die ich habe. Sie sind eben geliehen, anvertraut, kein Eigentum, auch wenn sie vielleicht bis zum Lebensende an meiner Seite bleiben.

Inzwischen habe ich den Orden gewechselt, bin nicht mehr Zisterzienserin, sondern Dominikanerin – da ist das Ordensleben nicht so streng. Und das „ad usum“ schreibe ich das schon lange nicht mehr in meine Bücher, aber diese Haltung habe ich beibehalten. Sie ist das, was mein Armutsgelübde ausmacht, das ich als Schwester abgelegt habe.

Immer noch bin ich dabei zu lernen, dass ich auch die Erde „ad usum“ bekommen habe und dass sogar jede saubere Luft zum Atmen ein Geschenk ist. Ich möchte immer verantwortungsvoller werden, damit die Kinder, die hier im Kinderdorf Bethanien an meiner Seite sind, auch noch mit ihren Enkelkindern diese Erde in ihrer Schönheit erfahren. Machen sie mit.

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