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katholisch

Kirche in WDR 2 | 09.07.2018 | 05:55 Uhr

Beatbox und Blockflöte

Nehmen wir mal an, Sie gehen gerade durch die Stadt. Und kommen an einer Kirche vorbei. Deren Tore sind offen und Musik liegt in der Luft. Welche Musik erwarten Sie dann? Leise gregorianische Musik von der CD mit Mönchsgesängen? Oder Bach? Brausend, auf der Orgel? Vielleicht noch „Großer Gott, wir loben dich“ oder anrührende Weihnachtslieder. Alles sehr, sehr schöne Musik. Aber eben auch: Kirchenmusik. Mönche und Orgel. Da scheint die Auswahl begrenzt.

Aus der Stadtkirche in Rudolstadt in Thüringen klang es da am Wochenende etwas anders. Im kleinen Rudolstadt ist jeden Juli ein riesiges Weltmusikfestival. Und in der Stadtkirche habe ich Geigen und Dudelsäcke gehört, estnische Volksmusik, baltische Leier, arabischen Gesang, Trompete, Klavier und ein indisches Instrument namens Bansuri. Nicht alle Musik war exakt zum Lobe Gottes geschrieben, aber doch bei Vielem ging es um eine heile Welt, um Frieden und um Gerechtigkeit. Was mir Freude gemacht hat, war der Reichtum der Musik, dass da einfach mal ganz andere Klänge durch’s Kirchenschiff hallten, ganz fremde, aber auch welche, die mir sofort einen Ohrwurm verpassten.

Ich wünsche mir das öfter – und ich bin mir sicher, dass es da nicht nur mir so geht. Wir haben so viele großartige Kirchenräume: Was könnten da nicht alles für Instrumente erklingen: Von der Harfe über das Cello bis hin zum Beatboxing. Wie würden da manche Kirchenlieder ganz neu klingen ...

Und wer jetzt findet, das wäre irgendwie nicht ganz angemessen und eine schöne Orgel wäre doch in jedem Falle ausreichend, der soll doch mal den 150. Psalm aus der Bibel lesen:

„Halleluja“, heißt es da. „Lobt Gott in seinem Heiligtum! ... Lobt Gott wegen seiner machtvollen Taten, lobt ihn in seiner unglaublichen Größe. Lobt ihn mit dem Schall des Widderhorns, lobt ihn mit Harfe und Leier! Lobt ihn mit Trommel und Reigentanz, lobt ihn mit Saiten und Flöte! Lobt ihn mit tönenden Zimbeln, lobt ihn mit klingenden Zimbeln.“

Und zum Schluss dann so: „Alles, was atmet, lobe den Herrn.“

Gut. Und jetzt vergleiche ich das mit meiner Kirchenwirklichkeit. Gesang kommt da eher mal zaghaft daher. Die Orgel liegt manchmal auch leiernd darüber, aber selbst wenn sie von Könnern gespielt wird, bleibt die Begeisterung aller beim Singen schon mal auf der Strecke. Wenn das aber so ist, wie es der 150. Psalm empfiehlt: Warum nehmen Gläubige dann nicht alle mal ihre Instrumente unter’n Arm, singen sich morgens unter der Dusche ein und lassen dann die Kirchenmauern mal so richtig beben. Oder auch zart schweben. Ich bin mir sicher: So ein Sound wäre einfach immer anders. Wer weiß – überirdisch.?

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