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Kirche in WDR 2 | 13.05.2017 | 05:55 Uhr

Bekenntnis: die Generation y

Ich glaube ziemlich diffus. Für mich ist Glaube irgendwas zwischen Vertrauen, Gehaltensein, Aufbäumen, Niederknien, zur Quelle und an Abgründe geführt werden, verloren und gefunden sein. Kreuz und Auferstehung.

Ein tiefes Berührt-Sein innen drin, das sich wie Gott anfühlt.

Ich glaube an eine kommende Welt, auf die alles zuläuft, wo sonst sämtliche Kräfte auseinanderdriften.

Die kommende Welt wächst sich in diese Welt hinein, ist geboren, wie eine Idee, nicht mehr aufzuhalten. Sie durchdringt alles, stürzt die Verhältnisse, unterwandert die Gewohnheiten, verwandelt uns.

Ich glaube - nichts und niemand bleibt davon unberührt. Von der kommenden Welt.

Das ist mein Bekenntnis. Es ist nicht apostolisch, nicht nizänisch. Diese Worte verbinden nicht Tausende Menschen, die Woche für Woche ihren Glauben bekennen, sie sind mein Ausdruck, über den Glauben meiner Generation, der sogenannten Generation Y. Es sind meine Worte, Grundlage meiner Hoffnung.

Wir haben eine Umfrage gemacht. Eine Frage war: Was glaubst du, ganz kurz, in einem Satz? Überraschend war: Ein Großteil der 120 Befragten fand keine eigenen Worte, stützte sich auf die bekannten Glaubensbekenntnisse.

Was auch überraschte: die Erwartbarkeit vieler Sätze. Dreieinigkeit, Gott, Liebe, Sinn, höhere Macht. Und ich fragte mich: warum wiederholt unsere Generation, die sich für so individuell und einzigartig hält, die Sätze der Alten? Wo ist die eigene Sprache?

Dann aber dachte ich: . Das ist es, was sie hält, worauf sie vertrauen. Das ist – biblisch gesprochen – Grundlage dessen, was diese Menschen hoffen, und der Beweis von Dingen, die sie nicht sehen.

Die Kirchen sollten sich freuen über diese Antworten. Ganz offensichtlich halten viele Worte noch immer, auch oder gerade weil sie althergebracht sind und dennoch lebendig. Diese Worte verbinden, sie atmen die Kraft und Aktualität der Jahrhunderte. Und noch immer scheint das Bedürfnis groß, sich in eine Geschichte zu stellen, sich zu identifizieren mit dem vielleicht Langatmigen, das doch den längeren Atem hat.

Gleichzeitig sollten sich die Kirchen was schämen. Denn woher sonst sollte die Banalität mancher Aussagen kommen, wenn nicht von zu wenig Ermutigung, den Glauben mit eigenen Worten zur Sprache zu bringen?

Denn es ist doch etwas Wunderbares: Den Glauben in Worte zu fassen, ihn nicht fassen zu können, aber wortreich. Das Reich Gottes mit dem Reichtum der Sprache auszudrücken.

Ich will Sie heute morgen ermutigen: Schreiben Sie auf, woran Sie glauben, was Sie hält, was Sie zieht. Oder wenn eher Zahlen ihr Ding sind, dann rechnen Sie mit Gott, oder malen Sie – vielleicht mit Mehl. Und dann backen sie sich ihren ganz eigenen Glauben.

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