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Kirche in WDR 2 | 11.04.2018 | 05:55 Uhr

Bewahrung im Alltag

Ich war ziemlich spät dran und kam gerade noch rechtzeitig. Zeigte also am Eingang meine Karte vor und wurde dann schnell durchgewunken, damit ich noch in den Saal konnte. Weil, bei einem klassischen Konzert zu spät zu kommen, das stört ziemlich. Ich also nix wie ‘rein, dann hab‘ ich meine Reihe gesucht und musste natürlich ausgerechnet in die Mitte. Wie ich mich also an den ganzen Leuten vorbeiquetsche, die wegen mir aufstehen müssen, sehe ich schon von weitem: Da, wo ich hin will ist, sitzt schon jemand. Also rutscht es mir ‘raus: „Moment, ich muss doch auf Platz 21!“ Und die Leute, an denen ich mich vorbeiquetsche, sagen: „Der ist aber besetzt!“ Und dann meint ein Mann, als ich gerade neben ihm bin: „Steht bestimmt ‘n anderes Datum auf der Karte!“ Fügt aber gleich hinzu: „Tschuldigung, war nur ein Scherz!“ Trotzdem gucke ich unwillkürlich auf die Karte und merke: Der Typ hat Recht! Da steht ja tatsächlich ein anderes Datum! Ich hab‘ die falsche Karte eingesteckt! Nämlich die von einem Konzert, das erst in ein paar Wochen in diesem Saal stattfindet.

Also hab‘ ich irgendwas gemurmelt von wegen „Tut mir leid, hab‘ mich geirrt“, bin wieder umgedreht und dann mussten die Leute natürlich noch mal aufstehen, um mich wieder ‘rauszulassen. Sehr peinlich, das Ganze. Zumal der Pianist sich schon ans Klavier setzte, um gleich loszuspielen. Ich bin also erst mal ‘rausgegangen aus dem Saal und dann ließ sich das mit der Karte zum Glück aufklären und so bekam ich die richtige Karte ausgedruckt. Ich hab‘ zwar letztlich den Anfang des Konzerts verpasst, konnte mich aber in einer kurzen Pause unauffällig zu meinem richtigen Platz schleichen und mir den Rest des Abends in Ruhe anhören.

Allerdings musste ich dabei immer wieder an den Mann denken, der gesagt hatte: „Ist bestimmt ein falsches Datum auf der Karte!“ Klar, er hat das nur als Scherz gemeint. Aber er hat damit verhindert, dass ich die große Diskussion anfange, von wegen: Das ist doch mein Platz! Ne, das ist meiner! Aber ich hab‘ doch die Karte! Ja, lassen Sie mal sehen. Und wenn dann endlich klargewesen wäre, dass der Fehler bei mir lag, hätte ich mitten im Publikum gestanden und wäre kräftig blamiert gewesen.

Sie können jetzt natürlich sagen, dass mir da ein glücklicher Zufall zur Hilfe gekommen ist. Für mich aber ist das eine Form von Bewahrung gewesen. Ich glaube: Da, wo wir oft von Zufall reden, hat in Wirklichkeit Gott die Dinge geregelt. So dass sie sich zum Guten wenden. Und wir vor etwas bewahrt werden.

Das kann natürlich in besonderen Situationen passieren. Zum Beispiel, wenn ein Unfall knapp verhindert wurde. Es kann aber auch im ganz normalen Alltag vorkommen. Ohne dass wir etwas Besonderes erwartet haben. Und ohne dass wir es im ersten Moment überhaupt merken. So wie mich der Mann mit seinem Scherz bewahrt hat.

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