Beiträge auf WDR2  

katholisch

Kirche in WDR 2 | 26.06.2018 | 05:55 Uhr

Cliffhanger für heute

Jedes Mal wenn ich weiß, dass ich neue Kirchenbeiträge schreiben soll, habe ich das Gefühl, gar nichts zu sagen zu haben. Ich tue mich echt schwer damit. Ich schiebe es tagelang, ja sogar wochenlang vor mir her, bis ich so viel Druck habe, dass ich mich einfach hinsetzen muss um was zu schreiben. Schon allein, weil die Redaktion gerne die Texte vorher haben möchte. Und dann breche ich mir einen ab, lese und denke, lasse mich liebend gerne ablenken um mich dann wieder an den Schreibtisch zu zwingen. Jeder, der mich kennt, wundert sich, wenn ich das erzähle. „Du machst das doch immer do souverän – das kannst du doch so mit links.“. Nein, kann ich nicht. Ich könnte nun aus dem Stehgreif über meinen Glauben erzählen, wenn ich denn gefragt werde. Aber im Radio fragt ja keiner.

„Rede nicht von Gott, wenn du nicht danach gefragt wirst, aber lebe so, dass du danach gefragt wirst“. Den Satz habe ich mir zum Grundsatz gemacht. Und so muss ich mir jetzt vorstellen, dass sie, die sie mir zuhören, Interesse an dem hätten, was ich sagen will. Dass sie Interesse an Gott hätten. Und? Haben sie?

Oder aber ich mache es, wie ich es meist auf Liveauftritten mache, bei denen es keinen vorgefertigten Text gibt. Ich spreche mit dem Heiligen Geist, das ist der kreative Anteil von Gott, dass Er doch bitte die Regie übernehmen soll. Ich würde mich anbieten das zu sagen, was er mir eingibt. Hört sich ziemlich seltsam oder vielleicht auch charismatisch an, aber damit fahre ich immer am besten. Ich habe auch schon überlegt, ihnen einfach mal am Morgen ein wenig Ruhe zu verschaffen und still zu sein, wie ich es noch aus Kindertagen aus der Sendung Löwenzahn mit Peter Lustig in Erinnerung habe, der mich am Ende der Sendung aufforderte jetzt doch abzuschalten, woraufhin der Bildschirm schwarz wurde und nach kurzer Zeit wieder das Bild des Löwenzahnmoderators kam, der meinte, wir hätten ja immer noch nicht abgeschaltet, aber bitte jetzt!

Das kann ich natürlich nicht machen, schließlich sind inzwischen alle Medien so konzipiert, dass man einfach weiter hören, schauen, lesen muss. Es gibt die sogenannten „cliffhanger“ – also etwas, was mich nach einem Abschnitt neugierig auf den nächsten werden lässt – in jedem guten Roman zu finden und in jeder Sendung, die schon wieder zum Schluss die nächste so spannende Sendung ankündigt. Der Sinn so eines Kirchenbeitrags soll ja sein, dass Sie diesen „cliffhanger“ für den Tag bekommen, dass Sie mit einem guten Gedanken in diesen Tag starten, etwas was ihnen noch nachgeht und im Besten Fall, dass Sie in irgendeiner Weise neugierig auf Gott geworden sind. Und nachdem ich fertig bin vielleicht auch mal kurz ein „Guten Morgen – oder „alles klar?“ gen Himmel schicken. Oder vielleicht ein bisschen mehr, denn beten ist einfach nur reden mit dem Gegenüber Gott. So wie einem die Schnauze gewachsen ist.

Von daher ist gar nicht wichtig was ICH zu sagen habe, sondern was SIE zu sagen haben. Und jetzt bin ich dann mal still.

evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)