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katholisch

Kirche in WDR 5 | 19.06.2014 | 06:55 Uhr

“Das Abendmahlstuch”

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer und einen guten Fronleichnamstag!

Ich setz mich gern an den gedeckten Tisch!

Leckeres Essen und, wenn’s besonders festlich ist, auch ein gutes Glas Wein.

Ich musste schon oft umzieh’n in meinem Leben. Und jedes Mal war eine wichtige Frage: Wo bekomme ich mittags was zu essen?

Ich hab schon im Krankenhaus gegessen und in der Schulkantine, mit kleinen Kindern im Kindergarten und mit Senioren im Altenheim. Und als Kind natürlich zuhause mit der Familie.

Allein zu essen finde ich nicht so toll.

Da geht’s dann oft ruck-zuck, schnell was warmgemacht und flott runter damit, manchmal sogar im Stehen.

Aber wenn Freunde zum Essen kommen, dann nehm’ ich mir Zeit.

Fürs Kochen und für’s Essen selbst natürlich auch.

Fein, mit Tischdecke und Servietten aus Stoff.

Und eingeladen werd ich auch ganz gerne.

Wenn ich ans Essen denke, geht’s nicht nur darum, satt zu werden.

Natürlich soll es schmecken und nicht zu wenig sein.

Aber beim Essen mit anderen geht’s eben auch darum, zusammen am Tisch zu sitzen, zu erzählen, zu lachen, Gemeinschaft zu erleben und zu spüren: Hier geht’s mir richtig gut!

Und dazu gehört auch, dass das Ambiente stimmt – Blumen, Servietten und Kerzen und schönes Geschirr - und Servietten und auch: eine Decke auf dem Tisch.

Um eine Tischdecke ging‘s auch in den vergangenen Tagen in Mönchengladbach.

Da ist, wie alle sieben Jahre, die so genannte Heiligtumsfahrt gefeiert worden.

Eine Woche lang. Heute, am Fronleichnamstag, geht sie zu Ende.

Eine Woche lang sind Pilgerinnen und Pilger nach Mönchengladbach gekommen, um ein ganz besonderes Tuch zu sehen: Es wird verehrt als das Tuch das als Tischdecke beim Letzten Abendmahl gedient haben soll.

Es erinnert an jene Nacht vor seinem Tod in Jerusalem, an das Obergemach, wie der Raum in der Bibel heißt, wo Jesus zum letzten Mal mit seinen Freunden gegessen hat.

Das Tischtuch in Mönchengladbach war für die Pilgerinnen und Pilger eine handfeste Brücke hin zum Abendmahlssaal in Jerusalem, in dem Jesus sich den Seinen ganz in die Hand gibt - in den Gestalten von Brot und Wein.

Jesus nimmt das, was wir zum Leben brauchen, das Brot, als Zeichen dafür, dass er uns liebt und für uns sorgt.

Und er zeigt uns mit dem Wein, dem Ausdruck des Festes und der Freude, dass er unser Glück und unser Friede sein will.

Jesus gegenwärtig in Brot und Wein - das feiern Christen weltweit, Tag für Tag, immer wieder. Und Katholiken feiern das besonders an diesem Tag, am Fronleichnamstag.

Mit diesem Fest, bei dem die Eucharistie im Mittelpunkt steht, an dem Katholiken sie durch die Straßen tragen in feierlichen Prozessionen. Was sie damit sagen wollen ist: Jesus ist unsere Nahrung und unsere Freude.

Von daher ist es ein schönes Zeichen, wenn heute in Mönchengladbach das Abendmahlstuch zum letzten Mal gezeigt wird, bevor es für sieben Jahre wieder im Abendmahlsschrein verschwindet.

Allerdings macht das Abendmahlstuch in Mönchengladbach auch schmerzlich bewusst, dass die Christen bei der zentralen Feier ihres Glaubens noch immer nicht vereint sind.

Denn: Das Tischtuch in Mönchengladbach ist nur ein Teil einer Tischdecke. Es ist zerschnitten.

Umso mehr ist es eine Aufforderung, dass die christlichen Konfessionen immer mehr zur Einheit finden, dass sie Gemeinsamkeiten entdecken und pflegen.

Denn das Tuch erinnert daran, dass Jesus sich mit ganz unterschiedlichen Menschen an den Tisch gesetzt hat, um ihnen Gottes Liebe zu vermitteln.

Nicht erst beim Letzten Abendmahl, schon während seines ganzen öffentlichen Wirkens hat Jesus gezeigt, dass Gott allen Menschen nahe sein will und ihnen Halt geben möchte.

Gott ruft die Menschen zusammen, damit sie an seinem Tisch zueinander finden und Gemeinschaft erfahren.

“Du deckst mir den Tisch” - dieses alte jüdische Gebetswort stand als Motto über der diesjährigen Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach.

“Du deckst mir den Tisch” - Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen für heute und darüber hinaus:

Dass Gott Ihnen den Tisch deckt und Ihnen zu essen und zu trinken gibt, Nahrung für Ihren Leib und für Ihre Seele.

Ich wünsche Ihnen einen schönen und einen gesegneten Fronleichnamstag. Ihr Pfarrer Peter Dückers aus Aachen.

(Copyright Vorschaubild:wikimedia)

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