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Kirche in WDR 2 | 18.06.2018 | 05:55 Uhr

Das Ende der Fastenzeit ist ihr Anfang

Ende letzter Woche haben die muslimischen Geschwister das Zuckerfest gefeiert – das Ende der vierwöchigen Fastenzeit. In allen muslimischen Familien kriegen die Kinder Geschenke. Traditionell gibt es selbstgebackene Süßigkeiten.

Fast alle Religionen bieten Zeiten an, in denen gefastet werden soll. Die Einübung im Verzicht soll uns Menschen daran erinnern, dass wir allein Gott das Leben zu verdanken haben.

Natürlich ist es mühsam, die Fastenregeln einzuhalten. Umso mehr fasziniert mich der Gedanke, dass ganz viele Menschen weltweit einen zeitweiligen Verzicht ihrer Möglichkeiten als heilsam erleben. Diese Erfahrung eines „Mehrwerts durch Verzicht“ kommt in unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem sonst nicht vor. Im Gegenteil: Es geht immer um Wachstum, um ein MEHR, um Gewinnmaximierung. Bekanntlich bleiben dabei eine Menge Menschen auf der Strecke. Sie können nicht fasten, weil sie nichts haben.

Wer in unserem System freiwillig auf ein MEHR verzichtet, gilt als „Looser“, als Verlierer. Schließlich sind wir, weil wir haben. Wer mehr fordert und sich durchsetzt, wird belobigt. Das regeln wir in der Schule mit Zensuren. Auf der Arbeit und in der Politik läuft das über Geld oder Anerkennung.

Das Fasten unterbricht das Normale. Es geht um ein anderes Selbstverständnis. Das „Immer Mehr“ bedeutet auf Dauer nicht ein MEHR an erfülltem Leben.

Von Jesus wird erzählt, dass er zu Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit vierzig Tage und Nächte gefastet hat – ganz allein in der Wüste. Es ging ihm um eine Art Vergewisserung, auf dem richtigen Weg zu sein – gegen alle Infragestellungen und Versuchungen.

Ich weigere mich zu glauben, dass ein unbegrenztes Wirtschaftswachstum alternativlos ist. Es darf nicht so weiter gehen wie bisher. Die gewinnbringende Erfahrung eines freiwilligen Verzichts kann Mut machen, andere Fragen zu stellen und neue Wege zu gehen.

Am Ende feiern wir. Alle zusammen: Politikerinnen und Wirtschaftsfachleute, muslimische und jüdische Geschwister, Buddhisten und Hindus, Gläubige und die, die an nichts mehr glauben können. Wir feiern ein globales Fest des neuen Denkens, ein internationales Fest der kreativen Möglichkeiten, ein süßes Fest, dass unsere Erde, die Schöpfung Gottes, allen Menschen ein gutes Leben ermöglicht.

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Monotheismus!?

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