Beiträge auf WDR2  

evangelisch

Kirche in WDR 2 | 29.09.2014 | 05:55 Uhr

Das Überleben der Oud

Autor: Der wunderschön melancholische Klang der arabischen Laute erobert den Kirchraum. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ heißt die Veranstaltung. Es geht um die Situation syrischer Flüchtlinge in Wuppertal . Der Lautenspieler verneigt sich und legt kurz die rechte Hand auf seine Brust. Eine kleine Geste der Ehrerbietung und: als Dank für den Applaus.

Das Mikrophon übernimmt eine Flüchtlingsberaterin des Diakonischen Werkes. Als politisch engagierte Kurdin kennt sie selbst das Gefühl, in ihrer Heimat, der Türkei, nicht erwünscht zu sein. Seit zwanzig Jahren berät sie traumatisierte Flüchtlinge hier in Deutschland.

Im Moment richte sich die Aufmerksamkeit besonders auf die Menschen aus Syrien, sagt sie. In den Nachbarländern seien bereits 2.8 Millionen Flüchtlinge registriert. Die Bundesregierung habe im Juni das dritte sog. „Kontingent“ beschlossen. Insgesamt 20.000 Flüchtlinge. Handverlesen. Manche Bundesländer unterstützen noch den Nachzug von Verwandten, wenn die Familien selbst alle Kosten übernehmen. Aufgrund der Vielzahl von Anträgen darf aus einer Familie vielleicht aber nur einer kommen. Manche Flüchtlinge brechen in ihrem Büro zusammen, wenn sie verstehen, dass sie sich für ihre Mutter, den Vater oder den kleinen Neffen entscheiden müssen.

Ihr Gesprächspartner ist auch Kurde. Aus Syrien. Als Jurist und Journalist im Widerstand zum Assad-Regime kam er bereits vor Jahren nach Deutschland. Er entging damit seiner Festnahme. Heute begleitet er Landsleute auf den ersten Wegen zum Einwohnermeldeamt, zur Versicherung oder zum Arzt. Er ist froh, helfen zu können, sagt er.

Musik: Oud

Autor: Die Laute weint und klagt. Nach dem Applaus interviewt der Journalist seinen Landsmann, den Musiker. Er gehört zu den handverlesenen „Kontingentflüchtlingen“ und kann noch kein Deutsch. Vor sechs Monaten durfte er mit seiner Familie und einer behinderten Tochter nach Deutschland ausreisen. Er wolle den deutschen Behörden für die Hilfe danken, sagt er höflich. Seine Familie und die Laute seien ihm geblieben.

Musik: Oud

Autor: Mir fiel eine Geschichte aus dem Alten Testament ein: Als der jüdische König Saul offenbar unter akuten psychotischen Störungen litt und immer wieder aggressiv ausrastete, suchte man im ganzen Land einen Musiker, der zu seiner Beruhigung musizieren sollte. Man fand einen jungen Hirten, der offenbar ein Saiteninstrument wunderschön spielen konnte. Von da an hatte David am Königshof einen Job. Immer dann, wenn Saul aggressiv abdrehte, musste David ihn mit seiner Musik beruhigen (1. Samuel 16, 23). Mit Erfolg.

Musik kann aufregen oder beruhigen, trennen oder verbinden. Musik kann heilen, wie wir wissen. Wie viele Lautenspieler wären nötig, um weltweit die durchgedrehten Machthaber zu beruhigen? Sie zu bezahlen,wäre eine sinnvolle Investition ins Leben.

Der Mann aus Syrien konnte durch die Flucht seine Familie und seine Laute retten. Bei der erwähnten Veranstaltung öffnete die „Oud“ unsere Herzen. Eine Begegnung über alle Kulturen und sprachliche Grenzen hinweg war möglich.

evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)