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Hörmal | 14.04.2017 | 07:45 Uhr

Oh, happy Karfreitag

Oh, happy day (Oh, happy day) Oh, happy day (Oh, happy day) When Jesus washed (When Jesus washed) When He washed (When Jesus washed) When He washed (When Jesus washed) My sins away, yeah (Oh, happy day) Oh, happy day

Ich bekomme immer wieder eine Gänsehaut, wenn ich diesen Gospel höre. Vor genau 50 Jahren wurde er arrangiert nach einem Hymnus aus dem 18. Jahrhundert und von den Edwin Hawkins Singers aufgenommen. Zwei Jahre später war er ein internationaler Hit und sogar die Nummer eins in den deutschen Charts. „Oh Happy Day when Jesus washed my sins away!“

Noch immer wird das auf Hochzeiten gesungen oder wenn es sonst etwas zu feiern gibt. Der Song reißt einfach mit. Aber wer auf den Text hört, dem wird klar, warum das eigentlich eine moderne Karfreitags-Hymne sein könnte. Übersetzt heißt es ja: „Oh glücklicher Tag, als Jesus meine Sünden wegwusch.“

Heute an Karfreitag gedenken wir Christen des Todes Jesu am Kreuz. Und von Anfang an haben die Christen das so gedeutet, dass Jesus mit seinem Tod die Sünden der Welt vergibt, oder, wie es im Gospel heißt: Er hat meine Sünden weggewaschen. Oh Happy Day!

Ok. Viele Menschen rufen heute nicht „Hurra“, wenn sie hören, dass sie auch Sünder sind. Und ich will niemandem ein schlechtes Gewissen einreden – aber irgendwie gibt es Versagen, Schuld und Sünde in jedem Leben. Ich selbst werde mir und vielen Menschen um mich herum doch auch oft einfach nicht gerecht, ich bleibe etwas schuldig: Anerkennung, Vertrauen, Hilfe oder Wahrheit. Auch wenn ich als Mönch ein weißes Ordensgewand trage – eine weiße Weste habe ich nicht. Und – wer einmal ehrlich zu sich ist, wird das auch nicht immer und in jeder Situation von sich behaupten.

Und dann heißt es da: Jesus wäscht meine Schuld weg. – Oh Happy Day.

Kein Wunder, dass im Englischen der Karfreitag „Good Friday“ also „Guter Freitag“ heißt. Im Deutschen kommt das so nicht zum Ausdruck. Da singen sie eher „Oh Haupt voll Blut und Wunden.“ Das „Kar“ im Karfreitag leitet sich nämlich ab vom spätmittelhochdeutschen Wort für Klage und Trauer. Jesus – so die biblische Überlieferung – war unschuldig zum Tode am Kreuz verurteilt worden. Klage und Trauer darüber führen in Deutschland sogar dazu, den Karfreitag gesetzlich zu schützen als sogenannten „Stillen Tag“. Insbesondere alle sportlichen und Unterhaltungsveranstaltungen sind verboten. Insofern werden Sie hierzulande schwerlich eine Tanzveranstaltung finden, wo heute „Oh Happy Day“ gespielt wird und ich wette: auch keinen Gottesdienst.

Aber wenn ich ernst nehme, was in dem Lied besungen wird, schwingt das für mich heute den ganzen Tag schon mit. Das ist paradox. Aber für mich ist der Karfreitag keine Spaßbremse – denn in der Vorstellung vom „Good Friday“ als „Happy Day“ bricht sich schon eine Hoffnung Bahn. Und die haben bereits die frühen Christen so formuliert (1. Joh 4,10): „Die Liebe Gottes besteht nicht darin, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Wiedergutmachung für unsere Sünden gesandt hat.“ Daher: „Oh Happy Day!“

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