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Sonntagskirche | 28.01.2018 | 08:55 Uhr

Der Gedanke der Vielheit

Guten Morgen!

Matze ist anders als Thorsten. Thorsten ist anders als Viola. Und Viola ist anders als Maja. Maja ist anders als ihre Mutter, aber auch ein bisschen ähnlich. Lena ist anders als Tom. Tom ist anders als Rahel. Und Rahel ist anders als Mohammed.

Verschiedenheit ist normal. Wir unterscheiden uns. In unseren Erfahrungen, Biografien, Verhaltensmustern und Sprachen.

Jede und jeder ist einzigartig. Und jeden Tag treffe ich unterschiedliche Menschen. Jeden Tag verstehe ich die einen besser als die anderen. Jeden Tag kann ich Thorsten besser verstehen als Matze. Jeden Tag suche ich mir intuitiv Situationen aus, in denen ich mich einigermaßen wohl fühle. Situationen, die ich mit Menschen teile, die mir ein gutes oder gewohntes Gefühl vermitteln. Was ich wohl alles verpasse, indem ich Maja aus dem Weg gehe? Was mir wohl entgeht, wenn ich Mohammed ignoriere?

Wo treffe ich auf andere Kulturen? Wo treffe ich auf alte Menschen? Und wo auf junge? Wo verlasse ich meine Komfortzone?

Wie kann es funktionieren, dass wir miteinander leben statt nebeneinander? Welche Orte gibt es, an denen wir uns begegnen? Wo gibt es Menschen, die den Wandel willkommen heißen?

Solche Orte entstehen, wenn wir uns auf den Weg machen. Feste Strukturen durchbrechen, gemeinsam handeln.

Freiräume nennen sich die Abende im Haus International. Das ist ein Projekt der bürgerschaftlichen Willkommensinitiative in Köln-Nippes gemeinsam mit der Evangelischen Gemeinde Köln-Nippes. Es wird zusammen gekocht und gegessen. Manche spielen Karten. Man kann sich helfen lassen, Formulare auszufüllen oder Deutschvokabeln lernen. Es ist laut. Im Wohnzimmer läuft Fußball. Es riecht besonders. Die Gerüche der Kulturen mischen sich. Es entsteht etwas Neues: fremd und bekannt zugleich. Heute gibt es eritreische Küche. Ganz schön scharf. Wir sprechen vorsichtig über heute und über das Essen. Wir lachen und weinen. Weil das Essen so scharf ist und weil sich manchmal beim gemeinsamen Essen die Gefühle Bahn brechen.

Wenn unsere Sprache uns an die Grenzen des Verstehbaren führt, dann nehmen wir einfach die Hände dazu. Und natürlich die Augen. Unsere Blicke treffen sich und Worte werden nebensächlich. Manchmal denke ich, wie wenig ich doch mit Worten sagen kann. Und ich fühle mich fremd, kann ich die anderen doch nicht einschätzen. Was haben sie erfahren? Was denken sie gerade?

Wir sehen uns an. Verweilen. Fühlen etwas vom Anderen. In dem ganzen Gewusel entsteht Kontakt.

Irgendwann erzählen wir. Dann fließen die Worte wieder. Von der Kindheit und von Weihnachten, vom Zuckerfest und von Neujahr.

Es ist so als ob Gott mit am Tisch säße. Als würde er sagen, hey, das ist lecker. Und ihr habt es schön hier. Irgendwie gemütlich.

Gemütlich – und das, obwohl keine Bilder an den Wänden hängen. Wir konnten uns nicht einigen. Jeder fand was anderes gut. So sind die Wände weiß geblieben. Das macht die Gesichter noch bunter.

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