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Kirche in WDR 3 | 12.01.2018 | 07:50 Uhr

Der Himmel ist wie ein Senfkorn

Mal gefragt, ob es einen Himmel gibt? Also … so einen Ort, der einfach wunderbar ist? An dem alles gut ist?

Guten Morgen – und keine Sorge:

Ich werde zu Beginn dieses Tages nicht über das Ende unserer Tage sprechen. Aber diese Sache mit dem Himmel – die ist schon interessant. Meine Frau erzählte mir vor kurzem eine Geschichte aus dem Religionsunterricht an ihrer Schule. Eine Grundschule.

Ihre Referendarin wollte mit den Jungen und Mädchen eines ersten Schuljahres über das Gleichnis vom Senfkorn sprechen. Also – dass es mit dem Himmel wie mit einem Senfkorn ist. Erst ganz klein. Das kleinste damals bekannte Samenkorn. Doch wenn es dann gesät wird, dann sprießt daraus ein mächtiger Baum. Dann wachsen da riesige Zweige. Dann finden Vögel in seinem Schatten Schutz und können dort nisten.

Darüber also wollte die junge Lehrerin mit den Jungen und Mädchen sprechen. Und sie hatte deshalb ein solches Senfkorn mitgebracht. Winzig klein. Kaum vorstellbar, dass daraus mal etwas unvorstellbar Großes werden könnte. Selbstverständlich sollten die Kinder dieses Wunder im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“. Die Referendarin gab das Senfkorn deshalb einem der Kinder – mit der Bitte, es weiterzugeben. Jeder sollte dieses kleine Samenkorn einmal in der Hand halten.

Es passierte natürlich, was passieren musste. Irgendein Kind passte nicht auf. Das Senfkorn viel hin. Und was jeder Grundschullehrer bestätigen kann: Es ist einfacher, eine Nadel im Heuhaufen zu finden als irgendetwas Kleines in einem Raum mit 25 herumwuselnden Kindern. Das gilt erst recht für ein Senfkorn.

Naja, die Referendarin ließ sich nicht beirren. Machte ihren Unterricht. Und am Ende der Stunde fragte sie noch einmal, was es denn nun eigentlich mit dem Gleichnis auf sich habe. Und es meldet sich ein kleines Mädchen und sagt: „Der Himmel – der ist doch irgendwie so wie unser Senfkorn. Wir wissen, dass es irgendwo hier ist. Aber wir können es nicht sehen.“

Liebe Hörerinnen und Hörer,

mir macht das Mut für den Tag heute. Dass der Himmel da ist –auch wenn ich ihn verloren haben sollte, weil ich mal wieder nicht aufgepasst habe. Er ist da. Mich macht das glücklich. Mir hilft das, wenn ich mal zu zweifeln beginne, weil mir die Zeitung am Morgen wieder mal so gar nicht viel Himmel präsentiert. Und ich wünsche mir, ich wünsche Ihnen, dass Sie und ich die Zuversicht und das Vertrauen behalten, die dieses kleine Mädchen aus der Grundschule hatte. Dass Sie und ich spüren und glauben und wissen dürfen, dass der Himmel da ist, auch wenn wir ihn gerade nicht sehen können.

In diesem Sinne: Einen guten, hoffnungsfrohen Start in den Tag.

Ihr Diakon Claudius Rosenthal aus Altenwenden.?

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