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katholisch

Kirche in WDR 5 | 16.04.2018 | 06:55 Uhr

Der Weg nach Hause

Heute feiert der ehemalige Papst Benedikt XVI. Geburtstag. Er wird 91 Jahre alt. Viele werden ihm Gottes Segen wünschen, und ich mich schließe mich gerne an. Seit 2013 lebt er im Ruhestand. Seine Entscheidung, das oberste Amt in der katholischen Kirche aufzugeben, hat die Öffentlichkeit damals mit viel Wohlwollen zur Kenntnis genommen. Überall wurde Benedikt dafür gelobt. Es war ein Schritt, der in die Geschichtsbücher eingehen wird.

Danach hat man nicht mehr viel von Papst Benedikt gehört. Zurückgezogen lebt er in einem Kloster im Vatikan. Vor kurzem überraschte er mit einem offenen Brief, den er an den Redakteur einer Mailänder Zeitung schickte. Er antwortete auf eine Frage, die viele Leserinnen und Leser gestellt hatten. Sie wollten wissen, wie ein ehemaliger Papst lebt. Benedikt XVI. schrieb:

Sprecher:

„Ich bin bewegt, dass so viele Leser Ihrer Zeitung wissen möchten, wie ich diese letzte Phase meines Lebens verbringe. Dazu kann ich nur sagen, dass ich – während die physischen Kräfte langsam schwinden – innerlich auf der Wallfahrt nach Hause bin. Es ist für mich eine große Gnade, auf diesem letzten Stück meines mitunter etwas mühevollen Wegs von einer Liebe und Güte umgeben zu sein, die ich mir nicht hätte vorstellen können. In diesem Sinn betrachte ich auch die Frage Ihrer Leser als ein Stück Wegbegleitung. Dafür kann ich mich nur bedanken.“

Der Papst weiß um den letzten Wegabschnitt in seinem Leben. Er hat ihn zu gehen, auch wenn ihn körperliche Beschwerden quälen. Unterwegs kann er nicht stehen bleiben oder zurückgehen. Im Rückblick wird sein ganzes Leben für ihn eine Wallfahrt, die ihn nach Hause führt. Er hebt hervor, dass ihn auf dem Weg viele begleiten. Umgeben von Zuneigung und Güte der anderen ist es für ihn leichter, die Mühen des Pilgerns auf sich zu nehmen. Denn in seinem Alter geht es sich nicht leicht. Dabei ist sein Zuhause weder der Vatikan und noch seine bayrische Heimat. Jede Leserin und jeder Leser ahnt, was er meint. Der Himmel ist sein Zuhause.

Aber ehe er dort ankommt, muss er wie alle Menschen das Tor des Todes durchschreiten. Insofern ist der Brief das Zeugnis eines Papstes, der sich auf sein Sterben vorbereitet. Mich regt er an, das eigene Sterben in den Blick zu nehmen.

Ich bin noch nicht so alt wie Benedikt XVI. Zwischen seinem und meinem Alter liegen zwanzig Jahre. Dennoch erfahre ich, dass der Tod mir bereits auf den Pelz gerückt ist. Vertraue ich darauf, ein Zuhause zu finden, aus dem mich in Ewigkeit keiner vertreiben kann? Wie gehe ich mit dem Schwinden Kräfte um?

Ich hoffe, wie Papst Benedikt die Güte und Liebe zu erfahren, die ein alter Mensch auf dem letzten Stück seines Weges braucht. Allen, die heute Geburtstag haben, wünsche ich Gottes Segen.

Einen guten Start in die Woche wünscht Pfarrer Albert Damblon aus Mönchengladbach.

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