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Hörmal | 12.01.2014 | 07:45 Uhr

Die Kraft einer Antwort

Das ist die Geschichte der Antwort auf eine Frage. Und was so seine Antwort alles bewegen kann: Heute vor 4 Jahren kam das Grauen nach Haiti. Das Erbeben stürzt die Insel ins Chaos. Über 200.000 Tote, mehr als 1,5 Millionen Menschen obdachlos – Haiti versinkt in apokalyptische Zustände.

Die Bilder aus der Karibik schwappen ins deutsche Fernsehen, gerade nach Weihnachten und Neujahr schaffen Sie Betroffenheit. Aber Betroffenheit ist das eine, Einsatz ist das andere. Und hier sind wir bei der Frage.

Die stellt der evangelische Schulpfarrer Roland Kühne seinen Berufsschülern in Kempen am Niederrhein. Vor dem Eindruck der Katastrophe auf Haiti überlegen sie im Religionsunterricht: „Was können wir machen?“

Eine Frage, die irgendwie naiv erscheint. Haiti ist tausende Kilometer entfernt. In dem Land sind 2010 fast alle Kommunikationswege zusammengebrochen: Straßen, Banken, Polizei – nichts funktioniert mehr. Und dennoch steht sie im Klassenraum, die Frage: „Was können wir machen?“ Und die Schüler, die vielleicht nicht zuvor bei Google Maps die Distanzen gecheckt, oder bei Wikipedia Näheres über das Land in Erfahrung gebracht hatten, gaben eine einfache Antwort: „Anpacken“. Und vielleicht liegt es am Nachnamen, dass Pfarrer Kühne die Antwort nicht scheut, oder dass sie ihn verlegen macht. Pfarrer Kühne sagte „Richtig: wir können Anpacken“.

In diesen Stunden wächst in dem Berufskolleg am Niederrhein die Idee für ein Projekt: „Schüler helfen Lehrer“. Und es blieb nicht bei der Idee. Noch im selben Jahr machen sich Schüler und Lehrer aus Kempen auf nach Haiti und fangen an, ein Lehrerseminar aufzubauen. Damit Bildung auch in Zukunft auf Haiti stattfinden kann, damit ein kleiner Stein im Wiederaufbau des Landes aus Kempen kommt. Gelder werden seitdem gesammelt, Werkzeug nach Haiti verschifft, regelmäßig fahren Abordnungen aus Kempen in die Karibik und packen mit an. Im Dezember 2012 steht das Lehrerseminar. Aber der Einsatz der Schüler und Lehrer geht weiter.

Das ist doch mal eine Antwort. Eine Antwort, die Leben verändert hat. Wer von den Kempenern mit auf Haiti war, der kam anders zurück, als er hingegangen ist. Ich weiß davon, weil mein Vater einer dieser Lehrer war, die mitgegangen sind. Und nicht nur einmal. Von den Problemen, die es vor Ort gab und gibt, will ich jetzt nicht sprechen. Dass den Kempenern nichts passiert ist, grenzt an ein kleines Wunder.

Aber das größte Wunder ist für mich, dass Antworten einfach sein können – auch wenn sie furchtbar kompliziert sind. Und dennoch: Es gibt da dieses eine Wort, das einen Christen wie Pfarrer Kühne über sich hinauswachsen lassen kann – und der damit auch andere mitreißen kann: „Habt keine Angst“, sprach Jesus zu seinen Jüngern. Und wer sich darauf einlässt, der weiß, was im richtigen Moment zu tun ist.

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