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Kirche in WDR 3 | 12.03.2018 | 07:50 Uhr

Drei Frauen zeigen Zivilcourage

Guten Morgen!

In Ägypten lebte vor vielen tausend Jahren eine Minderheit, das Volk der Israeliten. Zugewandert waren sie, vor vielen Generationen schon. Sie hatten sich in diesem Land eingerichtet, immer mehr wurden sie. So viele waren es inzwischen, dass der Pharao unruhig wurde. Er sah seine Herrschaft in Gefahr. Das kleine zugewanderte Volk vermehrte sich offenbar stärker als die Einheimischen. Und so zwang sie der Pharao zu harter Arbeit. Von Aufsehern mit der Peitsche drangsaliert, mussten die Israeliten schuften.

Aber seltsam: Je stärker dieses Volk unterdrückt wurde, desto stärker breitete es sich aus. Das wurde den Ägyptern unheimlich. Schließlich gab der Pharao einen grausamen Befehl: Jedes männliche neugeborene Kind der Israeliten soll in den Nil geworfen werden.

Voller Angst versteckte eine Mutter ihren Sohn. Doch länger als drei Monate konnte sie das Kind nicht verbergen. In ihrer Verzweiflung legte sie den Kleinen in einen Korb. Sie ging zum Nil und setzte den Korb mit dem Kind aufs Wasser. Versteckt im Schilf. Die große Schwester des Kleinen versteckte sich in der Nähe.

Eine Gruppe vornehmer junger Damen näherte sich. Eine davon besonders prächtig gekleidet. Eine Prinzessin, Tochter des Pharao. Sie ging zum Wasser, während die anderen am Ufer blieben und ihre Herrin vor zudringlichen Blicken schützten. Plötzlich ein überraschter Ausruf. Sie hatte das Kind entdeckt. Der Schwester des kleinen Jungen in ihrem Versteck klopfte das Herz. Was wird die Tochter des Pharao mit ihrem Bruder machen? Ein kurzer Befehl und eine der Dienerinnen stieg ins Wasser und holte den Korb heraus. Sie umringten ihn, öffneten ihn, und das klägliche Geschrei des Säuglings mischte sich mit den überraschten Lauten der Frauen. „Das ist eines von den Kindern der Israeliten!“ Die Schwester hörte aufgeregtes Stimmengewirr. „Der arme Kleine!“ – „Wie süß!“ – „Er hat Hunger!“ – Da hielt es die Schwester nicht länger im Versteck. Sie eilte herbei, fragte atemlos: „Soll ich eine Frau holen, die das Kind stillen kann?“ Noch nie stand sie einer so vornehmen Ägypterin so unmittelbar gegenüber. Aufgeregt und entschlossen sind sie beide – das Mädchen aus dem Volk der Israeliten, das sich um seinen Bruder sorgt und die Tochter des Pharao, die sich anschickt, den Befehl ihres Vaters zu unterlaufen und das männliche Baby einer Israelitin zu retten. Und so geht die ägyptische Prinzessin auf den Vorschlag des Mädchens ein. Dieses rennt los und kommt bald darauf mit seiner Mutter zurück. So kommt es, dass die Mutter aus dem Volk der Israeliten ihren eigenen Sohn mit nach Hause nehmen und stillen darf, bis er groß genug ist. Die Prinzessin wird sie dafür bezahlen, dann aber das Kind als ihr eigenes zu sich nehmen.

So beginnt das Leben des Mose, nachzulesen in der Bibel. Schon zu Beginn dieses Lebens zeichnet sich ab: Gott hat etwas Besonderes vor – mit Mose, der aus dem Wasser geholt wurde. Und mit seinem ganzen Volk. Ganz am Anfang entscheiden drei Frauen über sein Schicksal – aus unterschiedlichen Kulturen und mit großem Mut.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5:)

Wie es weitergeht, erfahren Sie morgen von Ihrem

Andreas Duderstedt aus Bielefeld.

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