Beiträge auf WDR2  

evangelisch

Kirche in WDR 2 | 30.09.2014 | 05:55 Uhr

Drohnen zu Landmaschinen

Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Ich erlebe die Nachrichten aus den Kriegs- und Krisengebieten zwischen Entsetzen und Überforderung, zwischen Hilflosigkeit und Wut. Menschen- und Völkerrecht spielen offenbar keine Rolle mehr. Und auf allen Seiten eine unfassbare Selbstgerechtigkeit und Unbarmherzigkeit!

Was passiert da gerade? Wir philosophieren akademisch darüber, was uns der Dialog der Kulturen bringen kann und scheitern an der Kultur des Dialogs. Hinzu kommt, dass wir Deutsche nach Auschwitz besser nichts zu Menschenrechtsverletzungen in Palästina oder in der Ukraine sagen.

Wir können allerdings Fragen stellen. z.B. die Frage, wer eigentlich an den vielen regionalisierten Kriegen verdient? Wer profitiert von der Eskalation von Konflikten mehr, als an möglichen Strategien zur Konfliktvermeidung? Wie kann der Verstoß gegen Menschen- und Völkerrecht so teuer werden, dass sich ihre Einhaltung im wahrsten Sinne des Wortes „lohnt“?

Im Moment verdienen wir. Deutschland als drittgrößter Waffenexporteur. Das zeigt u.a. das Beispiel von Herrn Niebel, der demnächst als ehemaliger Entwicklungsminister „internationale Aufgaben“ beim Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall übernimmt. Es lohnt sich offenbar noch: Waffen statt Entwicklungshilfe!

Die Friedensbewegung in der Bundesrepublik und der DDR verband in den 80er Jahren das naive Wort des Propheten Micha: „Schwerter zu Pflugscharen“. Damals wussten wir alle noch, wogegen wir waren: Nato-Doppelbeschluss usw. Heute ist alles viel komplizierter, globaler: deutsche U-Boote werden nach Israel verkauft. Dafür leiht sich die Bundeswehr israelische Drohnen für Afghanistan. Deutsch-französische Raketen werden den Kurden geschenkt, vor denen man uns gestern noch gewarnt hat. Dafür kämpfen amerikanische gegen tschetschenische Söldner in der Ukraine. Und alle verdienen offenbar daran. Nicht zuletzt übrigens unsere Medien. Für die Einschaltquoten und damit die Werbeindustrie sind die schlechten Nachrichten bekanntlich die guten!

Übrigens wusste schon der Prophet Micha vor 2600 Jahren, dass politische Krisen meist soziale Ungerechtigkeiten als Ursachen haben. Ein Krieg fällt nicht vom Himmel. Im Gegenteil. „Ihr hasst das Gute und liebt das Arge. Ihr schindet ihnen die Haut ab und das Fleisch von ihren Knochen.“ Die Mächtigen, so Micha, meinen die Zukunft mit Blut und Unrecht bauen zu können (Micha 3). Er wusste, dass am Krieg nur wenige verdienen, die meisten aber leiden müssen. Das sei nicht Gottes Wille, so sagte er.

Drohnen zu intelligenten Landmaschinen! Flugabwehrraketen zu Wasseraufbereitungsanlagen! Die finanziellen und wissenschaftlichen Mittel, die in die Entwicklung von Waffen gesteckt werden, müssen in die Entwicklung von Frieden investiert werden. Eine Umrüstung der Rüstungsindustrie! Es gibt keine Alternative.

Es geht nicht um den gerechten Krieg, sondern um den gerechten Frieden, wie Christian Führer, der Initiator der Friedensgebete in Leipzig formulierte. Nur eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung kann die gewaltsamen Konflikte befrieden, so Christian Führer.

Ein Kapitel später sagt Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was Gott von dir fordert: Sein Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)