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Kirche in WDR 2 | 12.06.2017 | 05:55 Uhr

Einsetzen statt Abschieben

„Sie werden aufgefordert, das Land innerhalb der nächsten 30 Tage zu verlassen. Sollten sie das nicht tun, dann droht ihnen die Abschiebehaft und Zwangsabschiebung“. Voller Sorge lese ich bei meinen afghanischen Freunden diesen Bescheid der Ausländerbehörde. Jetzt ist es amtlich – keine Verhandlung möglich. Widerspruch zwecklos – so kommt mir das dreiseitige Schreiben jedenfalls vor.

Wir sitzen auf dem Sofa der kleinen Zweizimmerwohnung, ich blicke auf die 4 Wochen alte, unglaublich hübsche und jüngste Tochter des Paares, die in meinen Armen friedlich schläft. Die beiden anderen Kinder spielen neben uns auf dem Boden Sie ahnen nichts von der Tragweite des Schreibens.

Wir schweigen und die Angst ist spürbar in dem kleinen Wohnzimmerchen. „Ich kann nicht zurück“ sagt dann Achmed. „Ich habe für die UN gearbeitet, für die Feinde. Meine Familie würde nicht lange überleben.“ Afghanistan ist kein sicheres Land – erst recht nicht für Menschen, die sich mit den Feinden verbündet haben. Die Taliban herrschen in vielen Gebieten, Trump bombardiert und Menschen leben unter schrecklicher Todesangst. Was in aller Welt fällt so einer Behörde ein, einen solchen Beschluss zu treffen.

Achmed und Ramia haben vor zwei Jahren eine lebensgefährliche Flucht mit zwei kleinen Kindern unternommen. Nicht weil sie einfach mal weg wollten oder wegen des Geldes, sondern weil sie um ihr Leben fürchten mussten. Sie brauchen Schutz – keine Abschiebung! Sie haben sich hier integriert, die Sprache gelernt, Freundschaften geschlossen mit ihren Nachbarn und anderen Menschen im Ort. Sie sind beliebt und gern gesehen. Die Kinder gehen in den Kindergarten und die Schule. Achmed möchte arbeiten, damit er das Geld für seine Familie selbst verdient.

Meine Freunde waren mit uns in der Kirche zur Taufe der Kinder meiner Kinderdorffamilie. Sie respektieren meine Werte, meine Religion und meine Art zu leben. „Meine Schwester“ sagt Ramia immer zu mir – und meint damit nicht nur mich als Ordensschwester, sondern auch als naher Mensch an ihrer Seite – wie eine Schwester.

Wir sollten aus Geflüchteten Schwestern und Brüder machen, dann wären wir ein reiches Land. Ich befürchte, dass die wenigsten, die dies hören, einen Versuch in die Richtung unternommen haben. Diejenigen die es getan haben ermutige ich, sich weiter dafür einzusetzen, dass wir die Hand reichen – nicht den Abschiebungsbescheid..?

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