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Kirche in WDR 2 | 17.07.2018 | 05:55 Uhr

Elefanten und Gewalt

Eigentlich sind Elefanten friedlich. Sie sind Vegetarier. Blutige Kämpfe kosten sie viel zu viel Kraft. Sie müssen dann noch mehr Nahrung aufnehmen als die üblichen 200 Kilo Gras und 100 Liter Wasser am Tag.

Ihr kriegerisches Image liegt an Hannibal. Der antike Feldherr zog mit einer Armee und 37 Elefanten über die Alpen. Sie sollten den römischen Soldaten Angst einjagen und sie dann niedertrampeln. Aber die armen Rüsseltiere wurden durch die römischen Fanfaren so erschreckt, dass sie die Flucht ergriffen.

Heute werden Elefanten jedoch tatsächlich gewalttätig, gegen andere Tiere und gegen Menschen. Gay Bradshaw hat diese seltsame Entwicklung erforscht. Sie kam zu einem überraschenden Ergebnis. Die Elefanten verhalten sich genau wie Menschen mit posttraumatischen Störungen. Wie Menschen also, die Opfer von Vergewaltigungen, Entführungen oder Kriegen gewesen sind. Und die deshalb unter Schlafstörungen leiden, leicht reizbar sind oder übertrieben schreckhaft. Solche Menschen fühlen sich oft dumpf und bodenlos. Sie haben Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen, eine enge/intime Beziehung einzugehen.

Die Elefanten haben vor allem unter Wilderern zu leiden. Auf der Jagd nach Elfenbein töten die ganze Herden. Die Überlebenden sind traumatisiert und reagieren häufig mit Aggressionen. Dazu kommt aber noch etwas anderes: Die Tiere haben ein Erziehungsproblem.

Eine Herde wird normalerweise von einer alten Elefantenkuh angeführt. Sie vermittelt dem Nachwuchs das Gefühl von Zusammengehörigkeit. Heute dagegen, sagt Gay Bradshaw, werden die Kälber oft von unerfahrenen „Teenagermüttern“ erzogen, weil die Alten tot sind. Die Kälber werden früh abgestillt und bleiben sich selbst überlassen. Die männlichen Tiere rotten sich häufig in Gangs zusammen, die durch ihre Gewaltbereitschaft auffallen. In einem südafrikanischen Nationalpark werden mittlerweile neun von zehn männlichen Elefanten durch andere Bullen getötet.

„Wir wissen, dass die ganze Schöpfung mit uns seufzt und sich ängstigt.“ Das schreibt der Missionar Paulus in einem seiner Briefe. Eine tiefe ökologische Einsicht. Mensch und Natur bilden eine eng verbundene Lebens- und Leidensgemeinschaft.

An den Elefanten lässt sich ablesen, wie Gewalt in eine Gemeinschaft eindringt. Das ist bei Menschen nicht viel anders. Die einbrechende Gewalt verändert diejenigen, die von ihr betroffen sind. Sie zerstört ihr Leben und lässt sie oft selber zu Gewalttätern werden. Dass Menschen und Tiere möglichst friedlich aufwachsen können, ist der erste Schritt gegen die Gewalt.

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