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Kirche in WDR 5 | 14.09.2017 | 06:55 Uhr

Endlich

Guten Morgen,

kennen Sie das auch? Eigentlich hatte ich viele Jahre lang das Gefühl, unendlich viel Lebenszeit liegt noch vor mir. Das war nicht nur als Kind und Jugendlicher so, als ich ungeduldig auf das nächste Etappenziel blickte: Einschulung, weiterführende Schule, Abitur, Führerschein, Examen, Antritt der ersten Stelle usw.. Auch in den vielen Jahren meiner Berufstätigkeit als Pfarrer war das genauso. Stets hatte ich das Gefühl, viel Zeit liegt vor mir. Doch inzwischen hat sich etwas geändert.

Das wurde mir neulich sehr bewusst, als jemand in Erwartung seiner Pensionierung sagte: „Natürlich ist das schön, dass die Tretmühle aufhört. Aber wehmütig stimmt mich, dass nun die letzte Etappe meines Lebens beginnt. Und sie wird sehr viel kürzer sein als die Lebenszeit, die schon hinter mir liegt.“

Ich selbst werde voraussichtlich in etwas weniger als einem halben Jahr mein 60. Lebensjahr vollenden. Bis zum Beginn des Ruhestandes sind es für mich noch einige Jahre. Aber unabhängig davon realisiere ich inzwischen anders als früher immer klarer: unendlich viel Zeit liegt natürlich nicht mehr vor mir. Wie viel Lebenszeit - wenige Jahre oder mehrere Jahrzehnte - mir jedoch tatsächlich noch geschenkt wird, weiß ich nicht. Aber es ist eine beschränkte Zeit.

Mir fällt auf, dass sich meine Reaktionen auf langfristige Planungen verändern: die Vergabe der Olympischen Spiele 2028 oder Projekte, die in einigen Jahrzehnten umgesetzt werden sollen wie der Ausstieg aus der Technik der Verbrennungsmotoren bis 2030 oder 2040. Wenn ich solche Jahreszahlen höre, denke ich: Es ist durchaus möglich, dass ich das erlebe, aber selbstverständlich ist das keinesfalls.

Wenn man die Begrenztheit seines Lebens deutlicher wahrnimmt, kommt dem einzelnen Moment, dem Augenblick, wieder eine viel größere Bedeutung zu. Was mache ich mit meiner endlichen Zeit?

Manchmal denke ich ganz nüchtern: Die Welt hat es natürlich auch schon ohne mich gegeben. Und es wird sie auch nach meinem Lebensende ohne mich geben. Und ganz zuversichtlich glaube ich an die Auferstehung. Ich weiß, der Tod ist in dieser Welt allgegenwärtig und er gehört zu meinem Leben dazu. Ich glaube aber, er hat nicht das letzte Wort. Die Welt hat einen von Gott zugesprochenen Sinn. Und ich bin bei Gott gut aufgehoben. Nichts wird mich von ihm trennen.

Wenn ich so auf mein endliches Leben schaue, bete ich manchmal mit folgenden Worten: „Herr meiner Stunden und meiner Jahre, du hast mir viel Zeit gegeben. Sie liegt hinter mir, und sie liegt vor mir. Sie war mein und wird mein, und ich habe sie von dir. Ich danke dir für jeden Schlag der Uhr und für jeden Morgen, den ich sehe. Ich bitte dich nicht, mir mehr Zeit zu geben. Ich bitte dich aber um viel Gelassenheit, jede Stunde zu füllen.“ (1)

Dass es Ihnen und mir, liebe Hörerin, lieber Hörer, heute gelingt, jede Stunde zu füllen, wünscht Ihnen, Präses Manfred Rekowski aus Düsseldorf.

(1) Gebet von Jörg Zink

http://www.st-josef-marl.de/besinnliches/gebet/herr-meiner-stunden-und-meiner-jahre/

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