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Kirche in WDR 3 | 03.12.2015 | 07:50 Uhr

Engel

Guten Morgen,

ob aus Gips oder Holz: Vielleicht haben Sie zu Hause einen Engel. Für viele gehört er zur Adventsdeko.

Vielleicht haben Sie auch einen Engel aus Fleisch und Blut vor Augen. Vielleicht denken Sie beim Stichwort „Engel“ an ein Gesicht, einen Namen, einen Menschen, den Sie mögen.

Manchmal sagen wir das ja auch einem Menschen, dem wir dankbar sind: Du bist ein Engel für mich.

Phil Bosmanns schreibt: „Engel sind Menschen, die das Licht durchlassen.“ Das gefällt mir.

Und mir fallen gleich Menschen ein, die Licht in mein Leben gebracht haben:

durch Zuwendung und durch Wertschätzung.

Ein guter Bekannter hat mir mal eine Spruchkarte in den Briefkasten gesteckt: „Gut, dass es Dich gibt“ - stand da drauf. So ist Licht in mein Leben gekommen.

Oder - in einer für mich brenzligen Situation haben mir Freunde gesagt: wir halten zu dir. Wir lassen dich nicht im Stich.- Das hat gut getan. Ein Lichtblick in düstereren Tagen.

Ich bin überzeugt: Menschen können füreinander zu Engeln werden. Ein Gedicht über Engel beginnt so:

"Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein - die Engel.

Sie gehen leise. Sie müssen nicht schreien,

oft sind sie alt und hässlich und klein - die Engel.

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht - der Engel.

Dem Kranken hat er das Bett gemacht,

er hört, wenn du ihn rufst in der Nacht - der Engel."

(Rudolf Otto Wiemer)

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein – die Engel. Das gefällt mir! Denn solch eine Vorstellung von Engeln hat wenig Abgehobenes. Sie ist konkret. Übrigens: So oft in der Bibel auch Engel vorkommen, nur einmal werden sie mit Flügeln beschrieben (2 Chr 3,10–13).

Und so wird es Sie vielleicht auch wundern, dass die ersten Christen die Engel auch ohne Flügel malten. So z.B. in einer Katakombe in Rom. Fast immer aber sind sie Boten. Übermittler einer guten Nachricht. So auch in der vielleicht bekanntesten Geschichte mit einem Engel.

In der Bibel wird erzählt, dass ein Engel zu Maria kommt und ihr die Geburt eines Sohnes verkündet. Seit Kindertagen sind mir diese Worte vertraut: Sei gegrüßt du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Bei Besinnungstagen lade ich manchmal dazu ein, den eigenen Namen einzufügen: Sei gegrüßt Klemens, Theo, Gudrun, Uwe, Gabi: Sei gegrüßt du Begnadete – du Begnateter, der Herr ist mit dir.

Wenn ich das so sage: dann bin ich ganz drin in dieser Geschichte. Und dann spür ich, dass sie etwas mit meinem Leben zu tun hat.

Ich werde begleitet auf meinem Lebensweg von dem Geheimnis, das wir Gott nennen.

Und „ Begnadete“ - „Begnadeter“ - für mich heißt das: ich bin umfangen von Gottes Wohlwollen und von Gottes unverdienter Freundlichkeit.

Dieses Wohlwollen, diese Freundlichkeit – damit mir das begegnet, dafür muss ich nicht auf geflügelte Wesen warten. Ich darf darauf vertrauen, dass sie mir in ganz konkreten Menschen begegnen.

Jetzt lade ich Sie ein, wirklich Ihren eigenen Namen in dieses alte Bibelwort einzusetzen: Denken Sie Ihren Namen und jetzt die Worte des Engels : Sei gegrüßt du Begnadete – du Begnateter, der Herr ist mit dir.

Dass Sie sich durch diese Worte heute begleitet wissen vom göttlichen Geheimnis, das wünsche ich Ihnen für den heutigen Tag. Vielleicht beflügelt es Sie sogar.

Ihr Klemens Schneider

Pfarrer in Senden

Bildrechte: Frank Monnerjahn (flickr) CCBY-SA 2.0

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