Beiträge auf WDR5  

evangelisch

Kirche in WDR 5 | 03.02.2018 | 06:55 Uhr

Ewigkeit

Autor: „Mensch, ich warte hier schon eine Ewigkeit auf dich! Meine Güte, das dauert ja ewig!“

So reden wir, wenn wir uns ärgern, wenn jemand unpünktlich ist. Oder weil jemand lange Zeit für etwas braucht.

Umgangssprachlich heißt „Ewigkeit“ so viel wie „unendlich lange oder sehr lange.“ In der Bibel meint „Ewigkeit“ aber noch etwas anderes. Im Buch des Predigers Salomo heißt es:

Sprecherin: „Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er den Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt, nur, dass der Mensch das Werk nicht ergründen kann, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“ (Prediger Salomo 3,10 und 11)

Autor: Wir denken uns die Ewigkeit ja gewöhnlich als eine Zeitstrecke, die nie aufhört. Und wenn diese Zeitstrecke doch einmal zu Ende sein sollte, dann schließt sich gleich wieder eine neue an und immer so weiter. Deswegen hat sich in christlichen Gottesdiensten die Redewendung „von Ewigkeit zu Ewigkeit“ eingebürgert.

Beim Prediger Salomo ist es noch mal anders gedacht: Der Mensch hat die Ewigkeit schon in sich. Sie ist schon ein Teil des Menschen. Sie wohnt schon im Menschen. Sie gehört zur menschlichen Existenz dazu. Der Mensch hat einen Sensus, eine Antenne für die Ewigkeit, weil Gott ihn dafür empfänglich gemacht hat.

„Gott hat den Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt.“ Ich finde, das ist ein außerordentlich schöner und tröstlicher Gedanke! Wo das zeitliche Leben auf dieser Erde beendet ist, da beginnt ein neues, anderes Leben. Ewigkeit – das ist in der Sprache der Bibel also mehr eine Qualität als eine Quantität. Ewigkeit ist ein Leben jenseits von Raum und Zeit.

Und einen kleinen Vorgeschmack von dieser Ewigkeit kann ich sogar schon hier und jetzt bekommen! Wenn ich ganz vertieft bin in etwas. In eine Arbeit oder auch in ein Spiel, in der Meditation, im Gebet, in der Ekstase oder in der Sexualität. Wenn ich eins werde mit einem Menschen. Oder einer Sache, die mich ganz in Anspruch nimmt und meine ungeteilte Kraft und Aufmerksamkeit fordert. Wenn ich die Zeit vergesse. Wenn ich ganz bei der Sache bin. Dann erlebe ich schon hier und jetzt „Ewigkeit“! Die Ewigkeit, die mir ins Herz gelegt ist.

So kann ich ahnen, dass Ewigkeit eine besondere, einzigartige Qualität des Lebens bezeichnet. Es ist das Leben, das ganz in der Gegenwart ist. Ohne gedanklich mit der Vergangenheit beschäftigt zu sein. Ohne sorgenvolle, ängstliche Blicke in die Zukunft. Ohne die angstvolle Frage: Wie soll ich dieses oder jenes bloß bewältigen.

Jetzt kann ich sie nur momentweise erleben. Die Ewigkeit. Als kleinen Vorgeschmack auf das, was mich in der großen Ewigkeit Gottes erwartet. Schon jetzt. Weil Gott mir die Ewigkeit schon ins Herz hinein gelegt hat.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Mit guten Wünschen für diesen Tag grüßt sie Pfarrer Frank Küchler aus Marialinden.

evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)