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katholisch

Kirche in WDR 2 | 05.04.2017 | 05:55 Uhr

Fastenrendite

Stichwort: Religion und Rendite. Die Fastenzeit neigt sich dem Ende zu. Und längst ist sie sowas wie die große Challenge des Christentums. Am Ende muss dabei ein Ergebnis stehen: Wieviel habe ich abgenommen? Wie haben sich meine Zucker- und Cholesterinwerte verbessert? Fühle ich mich gesünder oder fitter? Oder bin ich einfach selbstbewusster geworden, weil ich es geschafft habe, meinen inneren Schweinehund zu besiegen? Egal, für meinen Verzicht erhalte ich etwas, und zwar kurzfristig. Rendite eben. Man erinnere sich: das Fasten war mal gedacht als Bußübung. Jetzt ist das fast eine Art Trend zur persönlichen Optimierung und schafft es locker auf den Spiegel-Titel. Passt eben in unserer Zeit.

Wie das kommt? Ein Schüler hat mir das in etwa so erklärt: „Früher haben die Menschen geglaubt, dass sie ein unbeschwertes Leben führen würden, wenn sie sich nach Gott richten würden. Sie haben für Erlösung alles gegeben. Aber keiner wusste, ob es die auch gab.“ Und der Schüler erklärt weiter: „Also sind die Menschen halt nicht mehr so religiös, weil sie dafür nichts bekommen, was ihnen im Leben weiterhilft. Sie bekommen keinen Wertgegenstand, kein Essen, kein Geld. Da schauen die Leute heute eher nach der kurzfristigen Rendite. Ich muss etwas für meine Zeit und mein Geld kriegen. In der Religion gibt es aber nichts dafür.“

Nicht, dass mich diese Sicht jetzt total überraschte, aber so formuliert fand ich das dann schon krass. Ich kann das verstehen, dass man beim Fasten einen unmittelbaren Effekt spüren möchte. So einen Bonus will ich ja selbst haben.

Aber ich wehre mich auch dagegen, bei allem nach dem schnellen Gegenwert fragen zu wollen. Fastenzeit ist für mich keine Challenge, um den inneren Schweinehund zu bekämpfen. Ich faste nicht bloß für mich. Da schaut mir Gott bei zu. Letzten Endes mache ich das vor seiner Nase, nicht, weil er sehen soll, wie brav ich seine Gebote halte, sondern weil diese Zeit vor dem Osterfest gesetzt ist, um mein Leben noch mal zu betrachten, mich darauf vorzubereiten, in Zukunft einiges anders zu machen, künftig ein besseres Leben zu führen. Umkehr nennt Jesus das. Dabei spielt es eine Rolle, dass ich weniger esse, auf manche Sachen verzichte, insgesamt weniger konsumiere. Allerdings ist das nicht die Hauptsache. Die Hauptsache ist nicht Rendite, sondern Gebet. Gebet heißt Besinnung auf das eigene Leben, heißt: Gott um das Richtige zu bitten und für alles Gute zu danken. Was das so kurzfristig für mich abwirft, davon habe ich echt keine Ahnung.

Langfristig hoffe ich darauf, ein besserer Mensch zu werden. Wenn wir da irgendwie von Rendite sprechen können, dann hat das nur etwas mit meiner Beziehung zu Gott zu tun und zu den Menschen um mich. Aber das Geschäft ist hoch riskant. Kurzfristige Erfolge wie 2-3 Kilo, nehme ich zwar gern mit. Aber langfristig geht es um deutlich mehr.

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