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katholisch

Kirche in WDR 2 | 22.09.2015 | 05:55 Uhr

Flüchtlinge

Neulich habe ich mit einer befreundeten Familie gekocht:

14 Personen in einem kleinen Wohnzimmerchen mit einem Tischlein in der Mitte. Wunderbar hat das geschmeckt und die Stimmung hätte nicht schöner sein können. Es gab ein warmes Kartoffelbrot, verschiedene Gemüsesorten und Fleisch, dazu Soßen mit Joghurt, Minze und Petersilie. Köstlich. Meine Freunde kommen aus Afghanistan und sie sind vor einem halben Jahr hierher nach Deutschland geflüchtet. Machmud hätte ein Verbleib in seiner Heimat das Leben gekostet. Er war Koch bei den UN-Soldaten und nach deren Weggang galt er als Verräter. Über abenteuerliche und gefährliche Wege ist er mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern hier in Sicherheit angekommen. Und nun wohnen sie in einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit kleiner Küche und wir besuchen uns oft. Von Woche zu Woche können wir uns besser unterhalten und ich erfahre von Dingen, die ich hier nur aus dem Fernsehen kenne. Von Bedrohung und Schikane, von Unrecht und Gewalt.

Vier Jahre ist es her, da war ich mal im Nahen Osten, in Syrien und habe Menschen getroffen, die in einem Flüchtlingslager lebten, oft unter primitivsten Verhältnissen. Was diese Menschen alles zurücklassen mussten: Haus, Freunde, Erinnerungsstücke.

Wir hier im sicheren Deutschland können uns kein Bild davon machen, wie es sich anfühlt, wenn man ständig in Bedrohung lebt.

Auch ich konnte es nur andeutungsweise auf meiner Reise wahrnehmen, denn ich durfte weiter reisen, konnte am Abend in einem Hotel schlafen und hatte die Sicherheit meines deutschen Reisepasses, ein Auto und ein Visum für die nächsten Länder.

Trotz der extremen Situation fühlte ich mich bei den Flüchtlingen Willkommen, selbst in den elenden Unterkünften Syrischer Flüchtlinge. Mir wurde immer ein Tee angeboten, auch wenn sie selber nur wenig hatten. Und oft bekam ich kleine Geschenke. Beschämend, wenn ich daran denke, wie meine Gastfreundschaft hier in Deutschland von mir und meinen Mitbürgern aussieht.

Wer viel hat, der gibt weniger gerne, als der, der wenig hat. Das ist eine Tatsache.

Aber was, wenn wir die Bittenden wären? Würden wir uns dann nicht auch Menschen wünschen die Freunde werden? Die teilen was, sie haben, mit offene Türen und Herzen?

Meine Freunde aus Afghanistan sind für mich wichtig geworden. Sie beschenken mich mi ihrer Offenheit, Gastfreundschaft und ihrem Glauben, aus dem heraus sie mit mir teilen. Und ich wünsche mir, dass ich ihnen auch nur halb so viel zurückgeben kann mit meiner deutschen Art. Dass sie sich hier bald Zuhause fühlen und es viele Menschen gibt, die ihnen offen und freundlich begegnen. Sie haben durch ihre Flucht von Zuhause das Leben gewählt. Sie wollen uns nichts wegnehmen, sie wollen leben, mit uns als Freunden.

Copyright Vorschaubild:Esstisch Alexander Kachkaev CCBY 2.0 flickr

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