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Kirche in WDR 3 | 24.05.2017 | 07:50 Uhr

Freiheit

O-Ton-Collage Kinder: Das ist sozusagen, dass man so ziemlich alles tun kann – und wenn man auch so lebt, dann ist das Leben für einen auch schön. /Die Leute, die zum Beispiel im Krieg sind oder so, die wünschen sich das auch sehr, weil die so was, ... noch nie erlebt haben. / Aber auch die zum Beispiel nicht raus dürfen oder sich mit Freunden treffen dürfen.

Autor: ... die wünschen sich das auch. Freiheit nämlich.

Sprecher: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan.“

Autor: Hat Martin Luther gesagt. Das war revolutionär. Ein Christ ist frei und niemandem untertan. Keinem Fürsten oder Bischof im 16. Jahrhundert. Und heute ... keinem Chef, keiner Ehefrau, keinem Bankkonto, keinem Terminkalender? Wie ist das mit der Freiheit?

Ich spreche darüber mit der „Halbstarkenbande“. Vier Jungs, Ende zwanzig, Anfang dreißig, aus Schwanenberg. Sie haben bei der Auto-Ralley Dresden-Banjul mitgemacht. Vier junge Männer, zwei alte Autos, eine Wohltätigkeitsralley nach Gambia an der Westküste Afrikas. Das klingt nach Abenteuer und Freiheit.

O-Ton: Auf der Tour war die Freiheit irgendwann so ab Marokko. Man hat den Alltag hinter sich gelassen, man hat den komplett aus dem Kopf gehabt.

O-Ton: Die Freiheit hat halt angefangen, als wir das erste Mal die Uhr abgelegt haben, nicht mehr wussten, was für ein Tag so mehr oder weniger ist, also man sich auf Neues einlassen konnte ohne ständig Terminstress oder Druck zu haben.

O-Ton: Vielleicht war es auch ein Stück Freiheit, in der Wüste keinerlei sanitäre Anlagen zu haben, das hat einem irgendwie gezeigt, dass du jetzt nichts mehr hast und nur noch deine Freiheit.

Autor: Vier Wochen Zeit, 7000 Kilometer Fahrt, davon 600 durch die Wüste. Das verändert etwas.

O-Ton: Man hat keine Aufgaben oder keine Pflichten mehr, die man erledigen muss. Alles, was vielleicht zu machen ist, das ist einem selber überlassen. Kümmere ich mich darum oder mach ich das übermorgen.

O-Ton: Man hat keinen Druck. Wenn wir fahren, dann fahren wir, wenn wir ne Panne haben, haben wir ne Panne, alles egal, Zeit spielt keine Rolle.

Autor: Frei von Aufgaben und Pflichten, frei von Autoritäten, tun und lassen können, was man will. Nils, Julian, Sebastian und Fabian haben genau das erlebt. Ok, manchmal macht Freiheit auch unsicher. Wenn nichts vorgegeben wird. Wenn keiner sagt, wo es langgeht. Einmal hat die Halbstarkenbande alle andern verloren...

O-Ton: ...wir sind als einzelnes Fahrzeug dann durch die Nacht geirrt (...) (10:29) und da waren wir so ein bisschen verunsichert, weil wir tatsächlich ne Stunde lang kein Dorf oder kein Haus mehr gesehen haben und es war wirklich alles komplett dunkel.

Autor: Die eigene Freiheit kommt regelmäßig an Grenzen, wenn man mit einem alten Gebrauchtwagen unterwegs ist. Denn es gibt auch Pannen. Dann braucht man die andern.

O-Ton: Weil alleine steht man manchmal auf dem Schlauch, kommt ein zweiter an, der sieht vielleicht irgendwas und da hat man dann wirklich gemerkt: Zusammen kriegt man so was hin.

O-Ton: Alle haben dem anderen geholfen, es wurde alles geteilt, was an Material zur Verfügung stand oder an Know-how, und es wurde auch zusammen gegessen und gekocht und wurde zusammen repariert, so das war auf jeden Fall ein guter Zusammenhalt auch. Was ne schöne Sache ist.

Sprecher: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“

Autor: So geht der berühmte Satz von Martin Luther weiter. Freiheit und Solidarität gehören eng zusammen. Meine Freiheit endet da, wo mich jemand braucht. Plötzlich habe ich Verantwortung. Übrigens: Die Autos der Ralleyfahrer wurden in Gambia für einen guten Zweck versteigert. Und Nils, Julian, Sebastian und Fabian sind nach vier Wochen zurückgekommen.

O-Ton: Was man sich bewahrt? Man lernt diese Freiheit im Alltag zu schätzen, dass man weiß, es geht auch anders, es geht auch entspannter.

O-Ton: Dieses ewige Nachdenken: Soll ich’s machen, soll ich’s nicht machen? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Der ist so nie da. Sondern einfach: machen! Und das ist ja auch wieder so ein Stück Freiheit. Einfach diesen Schritt zu wagen und alles hinter sich zu lassen.

Autor: Es muss ja nicht gleich die Auto-Ralley sein. Ausbrechen, sich die Freiheit nehmen, das geht immer.

Vielleicht auch für Sie? Das wünscht Ihnen Titus Reinmuth, Rundfunkpfarrer aus Wassenberg.

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