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Kirche in WDR 3 | 03.03.2017 | 07:50 Uhr

Gesichtsscanner

Guten Morgen!

Es war auf einer Technikausstellung. Da war ein riesiger Bildschirm auf dem man sich selber sehen konnte. Mit Hilfe eines so genannten Gesichtsscanners suchte eine Kamera selbstständig die Gesichter der Besucher heraus. Der Scanner konnte erkennen, ob er Männer oder Frauen vor sich hat. Er konnte sogar Gefühle ausmachen und mein Alter erraten. Männer schätzte er in der Regel älter und Frauen jünger ein. Das muss an der Programmierung liegen, versuchte ich mich zu trösten.

Immerhin, wenn ich lächelte und vor allem wenn ich mich bewegte, konnte ich ein paar Jahre zurückgewinnen. Wenn man wusste wie, konnte man dem Gerät etwas vormachen.

Das Problem ist nur: Meistens werde ich ja gar nicht merken, wenn ich gescannt werde. Es könnte überall sein, dass ich auf diese Weise erfasst werde, selbst in einer großen Menschenmenge.

Es gibt viele Anwendungsgebiete für solche Scanner. Im Auto zum Beispiel kann er erkennen, ob meine Augen zufallen. Dann würde er mich auf den nächsten Rastplatz schicken. Smartphones könnten, mit einer solchen Software ausgerüstet, über die Stimmung ihres Besitzers Auskunft geben. Gefühle wie Freude oder Wut lassen sich vom Gesicht ablesen. Der Scanner erkennt, wann ich das letzte Mal gelächelt habe und glücklich war und könnte mir bei Bedarf gleich einen geeigneten Therapeuten oder Seelsorger empfehlen. Nur mit der Liebe tun sich die Programme noch schwer. Liebe ist einfach zu kompliziert - nicht nur für Computer.

Ich finde das Ganze faszinierend und beängstigend zugleich. Auf diese Weise virtuell abgetastet zu werden. Wer wird schon gerne durchschaut? Auch wenn es manchmal vielleicht ganz gut ist, wenn uns ein lieber Mensch auf die Schliche kommt. Meine Frau und meine Kinder brauchen dafür keinen Scanner. Sie kriegen das auch so hin.

Und Gott auch. Früher habe ich mich manchmal gefragt, wie Gott all die vielen Menschen im Blick haben kann. Aber wenn das schon so eine komische Maschine schafft, wieso sollte es Gott nicht auch können. In der Bibel gibt es ein Gebet, das beginnt so: „Gott, du erforschst mich und kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.“ (Psalm 139,1-2) Gott sieht mich, aber er gleicht meine Daten nicht ab, schon gar nicht mit einer Kartei von Verdächtigen. Gott verdächtigt mich nicht, er vertraut mir.

Manchmal, wenn ich irgendwo verlassen rumstehe, weil ein Termin geplatzt ist, oder es im Zug oder im Stau nicht weiter geht, oder wenn ich gerade mal nicht weiter weiß, dann weiß ich doch, dass Gott mich ansieht. Ja, dass er mich gnädig ansieht. Mit einem liebevollen Blick, der mich lächeln lässt und sagt: Ich bin bei dir.

Und wenn ich noch etwas Zeit habe dann bitte ich ihn, dass er einen zweiten Blick auf mein Leben wirft. Schau doch mal drüber, Gott, ob es ok so ist. Oder mit dem Gebet aus der Bibel gesprochen: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Weg.“ (Psalm. 139,23f) Zeig mir, was gut für mich und für andere ist.

Es grüßt Sie, Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Bottrop.

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