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Kirche in WDR 4 | 11.09.2017 | 08:55 Uhr

God is a woman and she knows how to dance

Guten Morgen, Kunst irritiert manchmal. Kunst regt aber auch an. So ging es mir vor einiger Zeit beim Besuch einer Kunstausstellung in der Düsseldorfer Johanneskirche. Verschiedene Kunstwerke zum Thema Reformation waren in der Kirche ausgestellt. Mein Blick blieb rasch an einer Kunstinstallation hängen. Es war eine Leuchtreklame, die an der Empore unterhalb der Orgel hing. Da stand in weiß-leuchtenden Buchstaben: "God is a woman and she knows how to dance." Übersetzt: “Gott ist eine Frau und sie versteht zu tanzen.” Kunst regt an. Bei mir löste dieses Kunstwerk verschiedene Gedanken aus und brachte mich so zum Nachdenken.

Wer oder was ist Gott? Gott ist immer anders und größer als ich ihn mir selbstvorstelle. Gott stellt sich Mose im brennenden Dornbusch mit den Worten vor (1): „Ich bin da, weil ich da bin.“ Gott hat einen Namen, der "Dasein", "Leben" bedeutet. Gott schafft Leben, umfasst alles Dasein. Gott übersteigt die Möglichkeiten der Sprache. Was Menschen über Gott und zu Gott sagen, ist deshalb immer nur ein Versuch, eine Annäherung.

Insofern hat Gott ganz sicher auch "weibliche Züge". Die finde ich schon in der Bibel. Da wird von Gott zum Beispiel als tröstende Mutter (2) oder als Hebamme (3) gesprochen. Und zugleich hat Gott "männliche Züge". Gott ist wie ein Hirte (4) oder König (5) lese ich. Dass Gott nicht nur männlich oder weiblich ist, sondern mehr als eine Person, das ist keine moderne Idee, sondern tief in der Bibel verwurzelt (6). Gott ist größer und anders als ich ihn mir vorstelle. Und sein Wirken ist auch nicht auf die Kirche begrenzt. Ich finde Spuren seines Wirkens auch außerhalb der Kirche.

In einem Kunstwerk zum Beispiel wie diesem mit der Leuchtschrift “Gott ist eine Frau und sie versteht zu tanzen.” Es könnte an ganz verschiedenen Orten außerhalb der Kirche hängen und wirken. Gott ist Experte, wenn es um Bewegung geht. Er sorgt für Bewegung. Menschen, die an ihn - an sie - glauben, dürfen und müssen mit Veränderungen rechnen. Wenn ich Bibelworte lese und höre, bekomme ich einen anderen Blick auf mein Leben und auf die Welt und meine Mitmenschen. Ich begegne ihnen anders. Denn sie sind Gott lieb und wert - wie ich. Und genauso, wie ich mir von Gott kein festes Bild machen soll, so wenig soll ich mir ein starres Bild von meinen Mitmenschen machen. Das kann mir gelingen, wenn ich mich offen halte für Gott. Wenn ich zu Gott bete, finde ich ein offenes Ohr und öffne mich für ihn. So bewegt er mich.

Kunst löst manchmal auch Überraschendes aus. "...and she knows to dance" erinnert mich an einen Buchtitel. Eine schwer erkrankte junge Frau, Meike Schneider, schrieb kurz vor ihrem Tod voller Lebenslust ein Buch mit dem Titel "Ich will mein Leben tanzen". Sie sagte bewusst nicht: "Ich will mein Leben leben." Sondern sie sagte: "Ich will mein Leben tanzen." Sie vertraute darauf: Gott bewegt und begleitet mich. Ich werde ihm nahe sein und bleiben.

Dass auch Sie sich heute in Bewegung setzen lassen von Gott, der das Leben will und das Lebendige fördert, wünscht Ihnen, Ihr Präses Manfred Rekowski aus Düsseldorf.

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