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Kirche in WDR 5 | 29.07.2017 | 06:55 Uhr

„Gott ist der Partner unserer intimsten Selbstgespräche“

„Gott ist der Partner unserer intimsten Selbstgespräche“ Das jedenfalls behauptet Viktor Frankl, ein jüdischer Philosoph. Frankl war auch Psychiater, er starb vor 20 Jahren und hat sich vor allem damit beschäftigt, Menschen zu helfen einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Dazu hat er extra eine eigene Therapierichtung entwickelt: die Logotherapie oder Existenzanalyse. Geschöpft hat er vor allem aus seinen Erfahrungen in mehreren Konzentrationslagern. Er gelangte dort zu der Überzeugung, dass der Mensch zum (Über) Leben einen Sinn, eine Richtung braucht. Und er war davon überzeugt, dass es diesen Sinn in jedem Leben gibt, dass dieser Sinn nur gefunden werden muss.

Frankl hat einmal sinngemäß gesagt: Wer ein „Warum“ kennt, kann fast jedes „Wie“ ertragen. Denn er stellte fest: Diejenigen der KZ-Insassen waren psychisch stabiler, die Kinder hatten oder Verwandte außerhalb des Lagers, für die sie überleben wollten. Und sie blieben auch langfristig stabil. Das galt auch für diejenigen, die an Gott glaubten. Aus unserer Zeit kenne ich das zum Beispiel von Müttern, die nie krank werden „weil es einfach nicht geht“. Wer eine anspruchsvolle Aufgabe hat, hat meistens nicht die Zeit, um krank zu werden.

In Bezug auf Gott spricht Viktor Frankl gerne vom unbewussten oder verborgenen Gott. Er geht so weit, dass er sagt: dann, wenn wir Gott nicht benennen oder spüren, ist er trotzdem in unserem Unterbewusstsein da– sozusagen als unsichtbarer Zuschauer vor der Bühne unseres Lebens. Für Frankl gibt es quasi keine Atheisten. Atheisten wissen nur nicht, dass sie mit Gott sprechen.

Diejenigen, die glauben, sind von diesem Zuschauer überzeugt und richten ihr Leben auf ihn aus. Und das gibt ihnen Kraft zum Leben und Überleben, selbst in schwierigen Situationen.

Ich selbst habe gemerkt, dass mir der Gedanke an diesen unsichtbaren Zuschauer immer dann gut hilft, wenn es für mich eng wird. Wenn ich Entscheidungen treffen muss über mein Handeln. Wie würdest du entscheiden, wenn jemand dein Tun beobachtet?

Und wenn ich vor lauter Arbeit, Sorgen, Verantwortung oder Alltagstrott nicht mehr bewusst hatte, dass ich bete, so half mir das Wissen um den Partner meine Selbstgespräche, dass es dann doch Beten ist, was ich tue. Das ist mir wichtig: Als Ordensschwester habe ich ja den Anspruch, dass ich immer mit Gott in Verbindung bleiben möchte.

So habe ich das in meiner Ordensausbildung gelernt und sogar verschiedene Techniken von Gebet erlernt. Aber das, was Frankl sagt, ist keine Technik. Er sagt einfach: egal was du denkst – du sprichst mit Gott. Du kannst also gar nicht anders.

Diese Gedanken von Viktor Frankl möchte ich ihnen, heute Morgen mitgeben: Gott ist der Partner deiner intimsten Selbstgespräche - und - dein Leben hat einen Sinn, der kann gefunden werden. Es gibt jemanden, der dein Leben liebevoll betrachtet und vor dem du diesen Tag heute lebst.

Aus Waldniel grüßt Sie Sr. Jordana Schmidt vom Bethanien-Kinderdorf.

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