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Kirche in WDR 4 | 17.08.2017 | 08:55 Uhr

Gottes Nein zur Todesstrafe!

Guten Morgen!

Sie hatten die Frau auf frischer Tat ertappt und zu Jesus geschleppt. Der Frau drohte die Todesstrafe durch Steinigung. Warum? Weil sie ihren Ehemann mit einem Geliebten betrogen hatte. Schon hatte sich der Mob mit Steinen in der Hand versammelt und wartete gespannt auf die Reaktion Jesu. Steinigung als Todesstrafe für ein sexuelles Kavaliersdelikt - unglaublich!

Zum Glück ist die Todesstrafe in Deutschland abgeschafft. Aber in vielen anderen Ländern gibt es sie weiterhin. Und in anderen wird gerade über die erneute Einführung der Todesstrafe nachgedacht. Regierende versprechen sich durch gnadenlose Härte mehr Frieden, Sicherheit oder Machterhalt. Da stellt sich die Frage nach angemessenem Umgang mit Schuld und Strafe ganz neu. Und schon winken einige vielleicht ab: „Ist doch klar, was Jesus und die liebe Kirche wieder dazu sagen werden, oder?“ Wir werden sehen!

Jesus malte mit dem Finger im Sand herum, als würde ihn das alles nicht sonderlich interessieren. Und dann kommt seine Antwort, die dem Mob, den Wutbürgern und selbstgerechten Moralaposteln die Steine aus den Händen plumpsen lässt: „Ihr könnt ja diese Frau für ihre Schuld vor Gott und den Menschen steinigen! Wenn ihr selbst keine Schuld habt!“ Sprach´s - und einer nach dem anderen verlässt die Szene - bis nur noch Jesus und die Frau da sind…

„Moment mal! Das ist doch klar, dass wir nicht unschuldig durchs Leben gehen. Aber es ist ja wohl ein Unterschied, ob ich was im Supermarkt klaue oder jemanden ermorde, ob ich falsch parke oder die Ehe breche.“ Simmt! Jesus ist kein Weichspüler! Jesus steht voll für Gerechtigkeit. Darum spielt Jesus die Schuld der Frau auch nicht runter. Der hier beschriebene Ehebruch ist eben kein Kavaliersdelikt – für Gott ist es Sünde. Und Sünde zerstört Beziehungen.

Darum geht es Gott von Anfang an, darum geht es immer wieder in der Bibel: Beziehungen vor Zerstörung zu schützen. Und Menschen genauso!

Die Sittenwächter hielten es nicht aus, dass Jesus gnädig war und sich schützend vor die Sünder stellte. Sie verstanden nicht, dass auch sie selbst davon profitieren würden. Denn gleiches Recht für alle heißt: Wer die Todesstrafe fordert, muss auch bereit sein, dass sie auch an ihm selbst eines Tages vollstreckt werden könnte – Justizirrtümer inbegriffen.

Am Ende hatte der Mob sich aufgelöst. Jesus sagte zu der Frau: „Wenn Dich niemand verurteilt, dann mache ich das erst recht nicht. Sei frei von allen Vorwürfen – aber sündige von nun an nicht mehr!“ Jesus erzählte von einem Gott, der lieber vergibt, liebt, erneuert, als Menschen zu strafen und zu vernichten. Von einer Gnade, die Menschen tatsächlich verändert. Bis heute ist ein begrenztes Strafmaß oder auch Begnadigung die Grundlage unseres Staates. Ein Staat hat vor allem die Aufgabe, Menschen zu schützen – und nicht sie zu töten. Die Todesstrafe macht weder ein schreckliches Verbrechen ungeschehen, noch kann sie ein solches garantiert verhindern. Ein Staat, der Menschenleben nicht schützt oder als nicht lebenswert erachtet, verstärkt nur das Gefühl von Unsicherheit. Wenn ein Staat sich gottgleich zum unfehlbaren Richter über Leben und Tod aufspielt, nimmt nicht die Gerechtigkeit ihren Lauf, sondern Rache und Vergeltung. (1)

Ihr Pastor Sebastian Begaße aus Dortmund

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