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Kirche in WDR 2 | 30.01.2018 | 05:55 Uhr

Grenzen überschreiten

Autorin: Es ist vorbei. Sie haben wieder alles gegeben. Die weltberühmten Tänzer aus 19 Nationen. Es folgt ein Moment der Stille. Er ist heilig. Man gedenkt ihrer, der Toten. Früher war sie es höchst persönlich, die jetzt erschien. Die weltberühmte Tänzerin und Choreographin Pina Bausch. Ein Hauch von Mensch, und dennoch: Eine Lichtgestalt. Immer in schwarz. Die letzten Jahre blickte man traurig auf die Bühne, sie blieb leer. Doch was geschieht jetzt? Trommler stürmen die Bühne. Zerbomben die Stille. Zerlegen das Heilige. Spielen Samba, die Bühne wird zur Tanzfläche.

Es ist Das Fest –die Eröffnung der Spielsaison des Wuppertaler Tanztheater Pina Bausch. Es ist ihr Einstand: Adolphe Binder ist die neue Intendantin und künstlerische Leiterin des Tanztheaters. Und sie überrascht:

O-Ton: Die Grenzüberschreitung ist ja letztendlich das, was Innovation und Neuerung in einem selbst, aber auch in der Welt ausmacht. Ohne den Mut zur Grenzüberschreitung und zum erfinderischen Erkunden und Sich –trauen wird Neues nur sehr schwer möglich sein.

Autorin: Die Neue ist mutig. Sie ist glaubwürdig – ich spüre sofort: jetzt beginnt was Neues. Die Kunst ersteht auf. Natürlich ist es anders als früher. Pina bleibt tot. Dennoch: Die Starre löst sich auf. Es ist wie eine Erlösung. Dafür muss man Grenzen überschreiten. Doch woher kommt die Kraft, sich das zu trauen? Adolphe Binder kommt aus Rumänien, aus Siebenbürgen. Schon als 10-jährige überschritt sie eine angeblich unüberwindbare Grenze. Mit ihrer Familie kam sie in den Westen.

O-Ton: Es war insofern eine sehr essenzielle Erfahrung, als ich gemerkt habe, dass das, was scheinbar eine unüberwindbare Hürde schien, letztendlich dann doch hybrid war; dass nichts wirklich in Stein gemeißelt ist oder in Eiserne Vorhänge, sondern dass da draußen immer ein Raum für Möglichkeiten ist und dass man sich nur trauen muss, ihn sich zu nehmen.

Autorin: Das autoritäre Regime von (Nicolae) Ceau?escu, verlassen zu können, war ein Privileg. Adolphe Binder weiß das. Und dennoch, die Erfahrung hat sie sehr geprägt. Scheinbar Unmögliches wurde möglich.

O-Ton: Ich glaube daran, dass wir selbst sehr machtvoll sind und sehr reich und alles in uns haben, was es braucht und viel an Befreiung und an Öffnung hat damit zu tun, sich dieser Größe bewusst zu werden; daraus kann man eine bestimmte Haltung entwickeln, die einem erlaubt, über Grenzen zu gehen

Autorin: Das Wort Gott kommt Adolphe Binder, in Siebenbürgen evangelisch getauft, nicht über die Lippen. Und natürlich sagt sie von sich selbst, sie sei nicht religiös. Und dennoch, was sie antreibt, ist in hohem Maß religiös. Die Frage nach dem Sinn, die Suche nach Antworten. Das Vertrauen in sich selbst – als Mensch, der Leben gestalten kann - auch auf der Bühne. Und das macht Adolphe Binder jetzt in Wuppertal. Indem sie das Werk von Pina Bausch bewahrt und neue Produktionen inszeniert. Grenzen weiter mutig überschreitet. Mit spannenden und berühmten Künstlern wie dem griechischen Regisseur Dimitris Papaioannou und dem Norweger Alan Lucien Øyen. Ich bin gespannt.

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