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Kirche in WDR 2 | 02.04.2015 | 05:55 Uhr

Gründonnerstag

Autorin: Heute ist Gründonnerstag.

O-Ton 1: Mit Gründonnerstag verbinde ich gar nichts. Wann soll das sein?

O-Ton 2: Gründonnerstag ist doch der Tag vor Karfreitag. Da gab es früher bei uns zu Hause immer etwas Grünes zu essen, irgendein grünes Gemüse.

O-Ton 3: Ich glaube an Gründonnerstag erinnert man sich an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat, oder?

Autorin: Fast! An Gründonnerstag geht es weniger um die Farbe Grün. Eher um das alte Wort „greinen“. Und das meint „weinen, betrauern“. Heute Abend wird in vielen Gemeinden quasi „geweint“ im Gottesdienst. Weil man sich daran erinnert, dass Jesus am Tag vor seinem Tod mit seinen Jüngern zusammen gekommen ist und mit ihnen gegessen hat. In der biblischen Geschichte wird erzählt: „In der Nacht vor seinem Tod, als er kommen sah, was geschehen würde, saß er mit den anderen zusammen am Tisch. Er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es weiter und sprach: Nehmt und esst, dies ist das Brot des Lebens. Solches tut zu meinem Gedächtnis.“ Jesus wusste, dass er bald sterben würde. Und er hat offenbar ziemlich gelassen reagiert. So verstehe ich jedenfalls das, was dann erzählt wird: Er hat seinen Jüngerinnen und Jüngern die Füße gewaschen. Das zeigt: Ich bin wie ihr. Ich bin mit euch verbunden. Ich werde immer für euch da sein.

Seither denken Menschen an diese Geschichte und wir feiern heute Gründonnerstag. Genügend Gründe zum Greinen, also zum Weinen gibt es ja. Zum Beispiel über die alltägliche Gewalt an Mädchen und Frauen, über den Terror und immer neue Kriege, über die Foltermethoden – ja sogar Kreuzigungen – von denen wir in den Nachrichten hören. Das alles ist grausam und erinnert mich an die Dunkelheit der Karwoche.

Für mich ist Gründonnerstag ein „Trotz allem-Tag“. Also ein Tag, an dem ich mich an die Kraft der Gemeinschaft erinnere, trotz all der Grausamkeit, die uns umgibt.

Ich trotze all dem, werde still und bete – und weiß, andere tun es auch. Und wenn ich wieder einmal daran zweifele, ob beten alleine etwas bringt, trotze ich auch dem Zweifel.

Die Erzählung davon, wie Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern die Füße wäscht, hilft mir dabei. Mit dieser großen Geste der Demut trotzt Jesus auch allem. Auch seinem bevorstehenden Tod. Die alte Geschichte zeigt mir die Kraft, die im Glauben steckt. Da wo Menschen gemeinsam glauben und aus der Liebe heraus handeln, da wird die Kraft Jesu von damals wieder lebendig. Trotz allem.

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