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Kirche in WDR 2 | 07.07.2018 | 05:55 Uhr

Grünes Geheimnis

Die Eintrittskarte zum Paradies: Eine Schrebergartenparzelle. Die Wartelisten sind lang. Besonders junge Städter freuen sich auf ihr kleines Paradies. Die Kinder können toben. Die Erwachsenen ernten ihren eigenen Salat, Kürbisse, Äpfel oder Süßkirschen. Wem das zu viel Arbeit ist, bepflanzt vielleicht seinen Balkon oder Dachgarten. Mit Minigurken, Chilis, Feldsalat und Erdbeeren. Wer keinen Balkon hat, weicht auf brache Stadtflächen aus. Da legen Nachbarn gemeinsam Hochbeete an wie auf dem ehemaligen Flughafengelände in Berlin Tempelhof. Vor meiner Kirche gibt es sogar mobile Hochbeete - Schubkarren mit Erde. Hier darf jeder nach Herzenslust pflanzen. Alles Formen von Urban Gardening, Gartenbau in der Stadt. (1) Die Generation Selbstversorger 2.0 ist kreativ.

Lokal oder regional anbauen und ernten. Das ist auf den ersten Blick umweltfreundlich. Aber nicht in jedem Fall. Die Ananas zum Beispiel würde im Allgäu gute Bedingungen finden, meint Agrarökonom Harald von Witzke. (2) Da gibt es den richtigen Boden und es gibt genug Wasser und zwar von oben. Was fehlt ist die konstante Wärme von 24-30 Grad. Man bräuchte also beheizte Gewächshäuser. Das ist teuer. Also doch lieber die gelben Früchte importieren aus Thailand, Brasilien oder den Philippinen. Wo sie im Freien wachsen. Der Transport per Schiff ist allemal günstiger und für das Klima weniger schädlich als der Anbau der Ananas im Allgäu. Natürlich kann man auch ganz auf die Ananas verzichten. Mit dem Import aber erhalten wir Arbeitsplätze in anderen Ländern. Die Briten zum Beispiel tragen mit ihrem Obst und Gemüsekonsum dazu bei, dass mehr als eine Million Afrikaner ihren Lebensunterhalt verdienen können. Was nun besser ist - anbauen und ernten hier oder in anderen Ländern der Erde – das entscheidet erst der Blick auf die gesamte Kette von Anbau, Produktion, Transport und Klimaeffizienz.

Doch abgesehen von der Diskussion was bauen wir selber an und was importieren wir, ist für mich noch was anderes wichtig: Ich bin froh, dass ich etwas säen und pflanzen kann. Und natürlich auch ernten. Was mir aber viel wichtiger ist: Das Gefühl, dabei ganz nah am Geheimnis der Schöpfung zu sein. Am Leben selbst. Und seinem Schöpfer. In der unbändigen Grünkraft des Lebens komme ich Gott selbst nah, der alles erschaffen hat und in ihm wirkt. Vielleicht zieht diese Kraft auch die Selbstversorger magisch an. Ich zumindest werde gleich mal wieder Petersilie säen, damit ich es Tag für Tag beobachten kann – das Geheimnis des Lebens.

(1)https://anstiftung.de/urbane-gaerten/gaerten-im-ueberblick

(2)Harald von Witzke: Ananas aus dem Allgäu? Wie ökologisch und sozial ist regionales Einkaufen?

Hg. vom Humboldt Forum für Food an Agriculture, Berlin, c/o Dr. Harald von Witzke, Professor (em.) für Internationalen Agrarhandel und Entwicklung, Department für Agrarökonomie. Humboldt Universität zu Berlin, Redaktion: Dirk Maxeiner und Michael Miersch. 1. Auflage Januar 2011, S. 14ff.

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