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Kirche in WDR 4 | 15.01.2015 | 08:55 Uhr

Halte deine Träume fest

Guten Morgen!

Dass seinen Brüdern der Traum nicht gefallen würde, auf die Idee hätte er auch von alleine kommen können. Da baut sich Josef, Vaters Liebling, doch vor seinen elf Brüdern auf und erzählt ihnen von seinem wunderbaren Traum:

Sprecher:

„Wir waren miteinander auf dem Feld, schnitten Getreide und banden es in Garben. Auf einmal stellt sich meine Garbe auf und bleibt stehen. Und eure Garben, die stellen sich im Kreis um sie herum und verneigen sich vor meiner.“ (Gen 37,7)

Gerade einmal siebzehn Jahre alt ist er. Und der will den Herrn über seine Brüder spielen? Träum weiter, Junge, werden sie sich gedacht und den Bruder mit Verachtung gestraft haben. Josef aber lässt es damit noch nicht gut sein. Er berichtet seinen Brüdern und seinem Vater Jakob von einem weiteren Traum:

Sprecher:

„Ich träumte, die Sonne, der Mond und elf Sterne verneigten sich tief vor mir.“

(Gen 37,9)

Damit bringt Josef das Fass zum Überlaufen. Die Brüder schreiten jetzt zur Tat. Dem größenwahnsinnigen Schnösel werden sie es zeigen. Statt des erträumten, kometenhaften Aufstiegs bewirken sie den Absturz ins tiefe Loch. Bei nächster Gelegenheit entsorgen sie ihn in einer leeren Zisterne. Josef macht die Erfahrung: Träumen ist eine gefährliche Angelegenheit. Dabei ist er sich keiner Schuld bewusst. Er hat doch nur geträumt.

Der Fortgang dieser biblischen Geschichte aus dem ersten Buch der Bibel zeigt: Josefs Träume sind Ausdruck der vorausschauenden Weisheit Gottes. Josefs Träume werden wahr. Aus dem verwöhnten Lieblingskind wird der kluge Staatsmann, vor dem sich nicht nur seine Brüder und sein Vater verbeugen. Aus dem überheblichen Träumer wird der weise Traumdeuter, der von Gott dazu ausersehen ist, das Volk Israel zu retten. Eine märchenhafte Geschichte. Sie ähnelt dem amerikanischen Traum des vergangenen Jahrhunderts: vom Tellerwäscher zum Millionär. Mit einem entscheidenden Unterschied: Josef gelingt dieser Aufstieg nicht aus eigener Kraft. Der Verfasser dieser biblischen Geschichte lässt keinen Zweifel daran, dass der Lebensweg Josefs nach dem Plan Gottes verläuft. Josef erkennt das und überlässt sich diesem Plan. Er traut seinen Träumen auch dann, wenn der Weg durch tiefe Täler führt. Immer wieder macht er Erfahrungen mit den dunklen Seiten des Lebens: An Sklavenhändler wird er verkauft. Die Loyalität gegenüber seinem Besitzer bringt ihn unschuldig ins Gefängnis. Dort lebt er für einige Jahre von aller Welt vergessen und dennoch: Josef setzt auf die Botschaft seiner Träume. Er kann die Tiefen überstehen, weil er sein Leben letztlich auf einem guten Weg weiß. Sein Leben gelingt, indem er sich Gottes Führung anvertraut.

Diese traumhafte Geschichte klingt zunächst nicht so, als ob sie irgendetwas mit dem normalen Alltag und den Träumen eines Menschen von heute zu tun hätte. Und doch kommen mir angesichts dieser biblischen Traumgeschichte Menschen aus meinem Bekanntenkreis in den Sinn. Es sind auf der einen Seite Menschen, die – ähnlich wie Josef – ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen ganz im Vertrauen auf die Führung Gottes leben. Vor allem aber fallen mir Menschen ein, denen ich Träume nach Art des Josef wünsche. Träume, die Licht in die dunklen Phasen ihres Lebens bringen. Träume, die den Sinnzusammenhang ihres Lebens aufscheinen lassen. Träume, denen sie vertrauen können, weil sie einen Blick auf den Plan Gottes mit ihrem eigenen Leben zulassen.

Ihnen und uns allen wünsche ich Träume, die immer wieder die Kraft schenken, aus Tälern aufzusteigen und den guten Weg weiter zu gehen.

Aus Paderborn grüßt Sie Gabriele Broszio

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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