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Kirche in WDR 5 | 18.03.2017 | 06:55 Uhr

Harriet Tubman

Guten Morgen!

Vor einigen Monaten wurde es vom amerikanischen Finanzminister Jack Lew verkündet: Zum ersten Mal soll eine Schwarze auf dem 20-Dollar-Schein abgebildet werden. Ihr Name lautet: Harriet Tubman. Ihre Großmutter war als Sklavin nach Amerika in die Südstaaten gebracht worden. Harriet Tubman floh 1849 aus der Sklaverei. Da war sie Ende zwanzig. Danach lebte sie als Spionin und verhalf vielen anderen aus der Sklaverei in die Freiheit.

Zu der Entscheidung: Welche Frau kommt auf den 20-Dollar-Schein, gab es eine Online-Umfrage. Dabei hat sich Harriet Tubman gegen vierzehn andere prominente Frauen durchgesetzt, darunter die frühere First Lady Eleanor Roosevelt. Und Tubmans Leben ist tatsächlich beeindruckend. Sie soll mindestens siebzig Menschen aus der Sklaverei befreit haben.

Im Jahr 1822 kam sie auf einer Plantage im Südstaat Maryland zur Welt. Nach ihrer Flucht half sie dabei, die Geheimorganisation „Underground Railway“ aufzubauen, also die „Untergrund-Eisenbahn“. Später, während des amerikanischen Bürgerkriegs, spionierte sie für den Norden und wurde zu einer Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht. Nach ihrem Tod 1913 in New York geriet sie aber für lange Zeit in Vergessenheit.

Ihre Motivation nahm die Freiheitskämpferin aus der Bibel. Sie meinte: „Gott hat mich ausersehen, Sklaven zur Flucht zu helfen.“ Und sie gab sich den Decknamen „Moses“. Ihre Mitstreiter waren weiße Gegner der Sklaverei, freie Schwarze und Sklaven. Sie boten Flüchtlingen sicheren Unterschlupf, versorgten sie mit Kleidung, Geld und Papieren und schmuggelten sie in Sicherheit. Bisweilen abenteuerlich getarnt – etwa in Särgen. Die Unterstützer der Untergrund Eisenbahn gingen ein hohes Risiko ein: Ihnen drohten Geldstrafen oder Gefängnis.

Ihre Verbindungen erstreckten sich deshalb bis ins sichere Kanada, wo die ehemaligen Sklaven wirklich frei sein konnten. "Ich war frei, und sie würden auch frei sein", mit diesen Worten schwor Harriet Tubman, selbst nicht in Kanada zu bleiben, sondern weiteren Sklaven und ihrer eigenen Familie den Weg in die Freiheit zu bahnen. Harriet Tubman war äußerlich eine kleine Frau, die ihr Leben lang an einer frühen Kopfverletzung litt.

Auch konnte sie konnte weder lesen noch schreiben und war ohne Ausbildung. Aber all das machte sie durch Tatkraft und Intelligenz wett. Um mehr als siebzig Menschen in die Freiheit zu führen, ging sie insgesamt dreizehn Mal inkognito in ihre südliche Heimat zurück. Ob die Abbildung auf einem Geldschein nun die passende Ehrung für diese Frau ist, sei dahin gestellt.

Aber es ist gut, dass an sie erinnert wird. Und daran, dass Gott Menschen in die Freiheit führt: So wie Mose sein Volk aus Ägypten geführt hat - mit Gottes Hilfe. Es ist ja kein Zufall, dass Tubman sich im Untergrund nach genau diesem Mose benannt hat. „Let my people go“ - Lass mein Volk ziehen, sagte Mose im Auftrag Gottes zum Pharao von Ägypten und so wird es noch heute in einem Spiritual gesungen. Diesem Auftrag ist auch Harriet Tubman gefolgt. Menschen wie sie sind für mich Vorbilder im Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit.

Harriet Tubman – es ist wichtig, dass wir uns an Frauen und Männer wie sie erinnern

meint Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

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