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Hörmal | 15.04.2018 | 07:45 Uhr

Herzen gewinnen – Renke Brahms, Friedensbeauftragter der EKD

O-Ton Brahms: Es wurde immer wieder deutlich: Wir müssen gegen alles angehen, was Religion missbraucht und damit zur Gewalt aufruft.

Autor: Darin sei man sich einig gewesen - bei der Konferenz mit dem Thema: „Friedensverantwortung der Religionen“, sagt der Theologe Renke Brahms. Eingeladen hatte das Auswärtige Amt nach Berlin. Über 100 Religionsvertreter aus 53 Staaten nahmen an der Konferenz teil.

O-Ton Brahms: Und was mich am meisten beeindruckt hat, waren tatsächlich die einzelnen Geschichten, die sie erzählt haben.

Autor: Brahms ist Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Besonders in Erinnerung ist ihm die Begegnung mit einem Muslim aus Nigeria, der ihm erzählt hat:

O-Ton Brahms: wie er fünfzig Pastoren und fünfzig Imame zusammengebracht hat, die über mehrere Tage sich ausgetauscht haben, sich erst mal zugehört haben, rausgefunden haben, was ist unser gemeinsames Anliegen für diese Gesellschaft, in der wir hier sind.

Autor: Einander persönlich begegnen und zuhören – so kann Verständigung gelingen.

O-Ton Brahms: Letztlich wissen wir doch immer, wenn wir miteinander reden, schießen wir noch nicht.

Autor: Und wenn doch geschossen wird, wie immer noch in Syrien oder im Irak durch die Terrormiliz Islamischer Staat? Muss dann nicht doch, um Menschen zu schützen, zurückgeschossen werden?

O-Ton Brahms: Das Militärische ist oft oder fast immer eskalierend. Das führt immer wieder in den Teufelskreis der Gewalt. Deswegen kann es nur eine Notmaßnahme sein, aber die Hauptinstrumente sind andere.

Autor: Zum Beispiel dem IS die Finanzquellen abschneiden.

O-Ton Brahms: Das war ein offensichtlich erfolgreiches Mittel, was man aber viel zu spät eingesetzt hat.

Autor: Nie zu spät sei es, die Herzen von Menschen zu gewinnen, meint der Friedensbeauftragte der EKD Renke Brahms. Und sagt, dass man sich als westliche Gemeinschaft zum Beispiel vor dem Libyen-Einsatz erstmal bei dem libyschen Volk hätte entschuldigen müssen:

O-Ton Brahms: und sagen: Ja, wir haben Euren Machthaber Gaddafi über Jahrzehnte unterstützt, wir haben eigentlich dazu beigetragen, dass er sein terroristisches, sein gewalttätiges Regime überhaupt ausüben konnte. Das wär ein Stück Respekt gewesen, zu sagen: Wir haben an dieser Stelle mit schuld.

Autor: Auch am Erstarken des Islamischen Staates habe der Westen eine politische Mitschuld, sagt Brahms. Ein solches Eingeständnis wird die Anführer und Krieger des IS kaum erreichen, wohl aber die Herzen von Sympathisanten in den Großstädten des Westens. Das meint auch der Historiker Michael Wolffsohn:

Sprecher: Wer eindeutig als Gefährder erkannt ist, der nur noch auf die Gelegenheit zur Tat wartet, kann durch sanfte Methoden kaum überzeugt werden, die geplante Gewalttat aufzugeben. Aber die noch Unentschiedenen, die also, die sich auf dem Weg zu Extremismus und Terror befinden, wären durchaus ansprechbar. Sie eben nicht vor den Kopf zu stoßen, sondern ihr Herz und ihren Verstand zu gewinnen, ist eine große Aufgabe der friedliebenden Mehrheitsgesellschaft.

Autor: Aufgabe auch der führenden muslimischen Geistlichen in ihrer Haltung und Stellungnahme zum islamistischen Terror.

O-Ton Brahms: Ich hab auf dieser Tagung der Religionsführer vom Auswärtigen Amt einfach Leute erlebt, die sagen, ja, unsere Religion wird missbraucht, das tut uns Leid, wir wissen, dass da ein Missbrauch betrieben wird, der vielen Menschen das Leben gekostet hat.

Autor: Die Herzen von Menschen zu gewinnen – sie einander bekannt zu machen, mit ihnen zu reden und Konflikte zu lösen, das ist die Hoffnung der Experten für Frieden. Die Tagung der Religionsführer in Berlin war ein Auftakt.

Quellenangabe:

Terror lohnt sich nicht - Der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn über den Umgang mit Terror, in Chrismon 9/2017, Seite 46-47 https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2017/35578/der-deutsch-juedische-historiker-michael-wolffsohn-ueber-den-umgang-mit-terror

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