Beiträge auf WDR4  

evangelisch

Kirche in WDR 4 | 14.02.2018 | 08:55 Uhr

Herzensprüfung

Guten Morgen!

Nur nichts vergessen! Nächste Woche geht es los, keine große Reise, nur so ein paar Tage entspannen. Trotzdem: Besser, ich schreib mir mal auf einen Zettel, was noch erledigt werden muss und was noch nötig ist, dass ich nichts vergesse. So eine kleine Checkliste ist doch ganz praktisch.

Durchchecken, prüfen – das gibt Sicherheit, das entspannt, und keiner muss hinterher sagen: „Ach hätte ich doch…“ Durchchecken und Prüfen ist das Normalste von der Welt: Vorsorgeuntersuchungen für die Kinder, der TÜV für das Auto, Qualitätsprüfung in Industrie und Gesundheitswesen, PISA-Erhebungen im Bildungswesen.

Klar, es gibt auch Auswüchse, wenn der Kontrollaufwand größer ist als der Nutzen. Und vor allem: Stimmen die Maßstäbe, die wir bei allem Prüfen und Vergleichen anlegen? So oder so: Wer Verantwortung für sich und für andere hat, darf nicht wegschauen, sondern muss hinschauen und nachschauen, ob alles seine Ordnung hat.

„Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm.“ (Erstes Buch Chronik 29,17) Das habe ich heute Morgen in der Bibel gelesen. Die Herzensprüfung, von der hier die Rede ist, meint etwas anderes als das ärztliche EKG. Aber so abwegig ist dieser Vergleich nicht. Wenn der verantwortungsvolle Arzt einen professionell geschulten Blick auf meine Herzfrequenz wirft, kann das lebenserhaltend, ja lebensrettend sein.

Das Wort „Herz“ in der Bibel steht nicht nur für ein Organ, sondern für den ganzen Menschen. Für das, was mich als Person ausmacht bis in die intimsten Regungen meiner Empfindungen und Gedanken. Ein Herz aus Stein, Herzenskälte, Herzenswärme, Herzensgüte - unser Sprachgebrauch bewahrt diese Einsicht noch auf.

„Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm.“ Das klingt nach einem Gebet. Einem Gespräch mit Gott. Ein Gott, der mich bis in mein Innerstes kennt und prüft – das ist eine Vorstellung, die in der Geschichte schon viel Angst gemacht hat. Die Diktatur des erhobenen Zeigefingers. Das war schrecklich und hat viel Unheil angerichtet.

Dabei tut sich doch hier eine große Chance auf: Ich öffne mich vertrauensvoll, damit ein anderer einen heilsamen und wohltuenden Blick auf mich werfen kann – eine lebensfördernde, eine lebenserhaltende, ja geradezu eine neues Leben schaffende Sache. Ich werde prüfend angeschaut von einem, dem Aufrichtigkeit nicht unangenehm sondern angenehm ist.

Und das ist kein neugieriges Gaffen von der Überholspur aus, kein voyeuristisches Spähen durch das Schlüsselloch, kein geringschätziges Herabschauen von oben herab, kein scheeler, missgünstiger Blick von der Seite. Nein, hier schaut mich einer an, der wirklich weiß, was mit mir los ist. Und vor dem mir nichts peinlich sein muss. Da ist einer, der sieht mein Herz, weiß, wie ich‘s meine, wie es sich für eine echte Liebesbeziehung gehört.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Gute Erfahrungen mit diesem liebevollen kardiologischen Checkup der besonderen Art wünscht Ihnen am Valentinstag Dieter Beese aus Bielefeld.

katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
evangelisch
Abspielen (titel)
katholisch
Abspielen (titel)